2. März 2017 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Bau, Industrie und Sozialbereich suchen Leute

Nordsachsen. Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Nordsachsen im Februar um 16 auf nunmehr 9466 Personen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 1223 zurück. Die Quote stagniert damit unverändert bei 8,8 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr (9,9) ging sie um 1,1 Punkte zurück.

Von den 9466 Betroffenen wurden 3266 Frauen und Männer von der Arbeitsagentur (plus 100 Personen im Vergleich zum Vormonat) und weitere 6200 vom Jobcenter (minus 84) betreut. 426 Frauen und Männer konnten im Januar eine neue Beschäftigung aufnehmen. Das sind 91 mehr als im Januar, aber 141 weniger als vor einem Jahr.

„Im Februar verzeichnete die Arbeitsagentur ihren bislang höchsten Stellenzuwachs und ihren höchsten Stellenbestand“, erklärte Agenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg. Besonders Bau, Industrie, der soziale Bereich und die Zeitarbeit suchen derzeit nach Personal. Der Großteil der gemeldeten Stellen setzt konkrete berufliche Abschlüsse voraus. Daher werben die Mitarbeiter der Agentur weiter verstärkt für berufliche Qualifizierungen, vor oder auch während der Beschäftigung.

Insgesamt 629 Betroffene – 43 mehr als im Vorjahr – mussten sich im Februar nach einem Beschäftigungsende arbeitslos melden. 630 neue Stellen meldeten die Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeberservice zur Besetzung. Das sind 114 Stellen mehr als im Vorjahr. Der Großteil der neuen Stellenofferten entfiel auf die Zeitarbeit (208 Stellen), den Bereich Gesundheit/Soziales (94), das verarbeitende Gewerbe (62), den Bau (48) und den Handel (44).

In Nordsachsen gibt es aktuell 9958 Bedarfsgemeinschaften. Das sind Familien oder einzelne Personen, die Hilfe bekommen. Darin leben insgesamt 12 850 Menschen, die Hartz IV erhalten. Weitere 3907 beziehen Sozialgeld. Die Anzahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist im Februar um 21 gestiegen. Innerhalb eines Jahres waren 983 Personen weniger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur die Unterbeschäftigung aus, bei der auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Im Februar lag die Unterbeschäftigung in Nordsachsen bei 11 452 Personen (10,5 Prozent, Vorjahr 11,5 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr ging die Unterbeschäftigung um 1185 Personen zurück.

„Die seit 2014 von der Arbeitsagentur organisierte Stellen- und Bewerberbörse JOBregional, die in diesem Jahr am 6. April im Globana-Messecenter in Schkeuditz stattfindet, knüpft an das Thema Jobs und Weiterbildung an“, so die Agenturchefin. Der Ort sei nicht zufällig gewählt. Rund um Leipzig entstehen momentan die meisten Arbeitsplätze. Christine Westphal, Geschäftsführerin des Jobcenters Nordsachsen, ergänzte: „Die JOBregional als länderübergreifende Jobmesse ist eine sehr gute Plattform, um Arbeitgeber und Arbeitssuchende zusammenzubringen. Mit der Erweiterung der Messe um das Thema Weiterbildung unterstützen wir aktiv die Fachkräftesicherung in unserer Region, denn Qualifizierung sichert eine berufliche Zukunft.“

Insgesamt waren im Februar 18 834 Personen bei den Dienststellen der Agentur für Arbeit und den beiden Jobcentern der Landkreise Nordsachsen und Leipzig arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit damit um 2381 Personen zurück.