Eilenburg/Oschatz. Schon kurz nach 9 Uhr waren am Sonnabend fast alle Parkplätze vor der Eilenburger Schwimmhalle belegt und kündeten vom Interesse an dem Wettkampf, der in der städtischen Einrichtung bevorstand. Unter dem Motto: "Schwimmen für Demokratie und Toleranz - ich bin dabei" trafen sich in der Muldestadt und parallel dazu im Oschatzer Freizeitbad Platsch Kinder und Jugendliche, Freizeit- und Leistungssportler sowie Prominente aus der Landes- und Lokalpolitik zu einem sportlichen Wettstreit, um für Demokratie und Toleranz im Umgang miteinander und für ein weltoffenes Sachsen zu werben. Gemeinsam hatten der Freistaat, der Landkreis Nordsachsen und die Sparkasse Leipzig die Veranstaltung initiiert. Schirmherr Markus Ulbig, sächsischer Innenminister (CDU), eröffnete das Event pünktlich um 10 Uhr. Schwimmen für Toleranz bedeute, eintreten für die Werte der Demokratie, sagte der Minister und zog einen Vergleich. "Schwimmen muss man erst erlernen, aber wenn man es einmal kann, verlernt man es nie mehr. Ähnlich verhält es sich mit dem Eintreten für Toleranz", so der CDU-Politiker. Und obwohl es bei diesem Wettkampf auch darum ging, wer die meisten Bahnen zieht, also die längste Strecke schafft, gebe es keine Sieger und Verlierer. Denn Sieger seien alle, die heute mit ihrer Teilnahme "Flagge zeigen". Vor allem junge Leute würden gebraucht, deshalb freue er sich, dass so viele am Start sind. 180 Anmeldungen gab es in Eilenburg vor dem sechsstündigen Wettkampf. Am Ende registrierte Kathrin Niedermanner, Abteilungsleiterin Schwimmen beim gastgebenden SV Lok, 230 Aktive. Zu den prominenten Startern zählten unter anderem der Landtagsabgeordnete Thomas Kind (Die Linke), der Leiter der Polizeidirektion Westsachsen Jürgen Georgie und Jörg Michaelis, Referatsleiter Verbrechensbekämpfung im Innenministerium. Die letzten beiden starteten sowohl in Eilenburg als auch in Oschatz. "Wenn es der Zeitplan zulässt, versuche ich jeweils 1000 Meter zu absolvieren", sagte Michaelis. Georgie hatte sich kein konkretes Ziel gesetzt, nur die Teilnahme entscheide, so der leitende Polizist. Insgesamt wurden in Eilenburg 338,4Kilometer geschwommen. Das sind 13356 Bahnen (Oschatz 244,55 Kilometer). Bis zum Schluss lieferten sich in der Muldestadt der 13-jährige Marc Jüttner und der sehbehinderte Alexander Metze (25) ein Kopf-an-Kopfrennen um die längste Distanz. Am Ende teilten sich beide mit jeweils 11150Metern den Sieg bei den Männern. Mit 8700 Metern war bei den Frauen Elisa Kapelle die Ausdauerndste. Den Pokal für den ältesten Teilnehmer erhielt der 76-jährige Manfred Kuntze. Der jüngste Schwimmer zählte ganze sechs Monate. Alexander Schack, zugleich jüngstes Mitglied beim SV Lok, durchquerte mit seinen Schwimmhilfen am Arm das 25Meter lange Becken einmal. Die längste Strecke bei den Staffeln absolvierte das Team des Delitzscher Polizeireviers (6750 Meter). Vizelandrat Ulrich Fiedler (SPD) bedankte bei der Siegerehrung den Schwimmern des SV Lok Eilenburg für die Organisation des Wettkampfes und übergab Kathrin Niedermanner den Wanderpokal, der ein halbes Jahr an der Mulde bleibt.