Mügeln/Oschatz/Naundorf. Die Kfz-Zulassungs- und Führerscheinstelle im Striesaer Weg in Oschatz darf nicht sterben. Darüber sind sich Autohändler im Altkreis Oschatz einig. Nicht nur sie haben dann zusätzlichen Aufwand und müssen längere Wege in Kauf nehmen. Am Ende haben die Kunden die höheren Kosten zu tragen, so die einhellige Meinung.
"Die Schließung der Kfz-Zulassungs- und Führerscheinstelle bedeutet für unser Autohaus eine deutliche Verschlechterung der Situation vor Ort", sagt Ingo Hirth, Prokurist im gleichnamigen Autohaus in Mügeln. "Der Gedanke, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen, ist zwar legitim, aber letztlich ist man mit dem Anspruch an die Gebietsreform gegangen, dass es keine Einschnitte für die Bürger geben soll" erinnert Hirth an die Versprechen der Kommunalpolitiker. Die Zulassung von Autos gehöre als Dienstleistung zum Tagesgeschäft. "Es ist schon ein Unterschied, ob wir nach Oschatz oder dann nach Torgau fahren müssen. Das ist ein großer zeitlicher Aufwand und mit zusätzlichem Fahrzeugeinsatz verbunden", macht Hirth deutlich und fügt hinzu: "Von Mügeln im Randgebiet Nordsachsens nach Torgau zu fahren, ist bald weiter als nach Leipzig." Letztendlich würden die höheren Kosten den Endverbraucher treffen. Das Autohaus Hirth zieht in Erwägung, gemeinsam mit anderen Autohäusern der Region das Gespräch mit dem Landrat zu suchen.
Die Einschätzung von Ingo Hirth teilt auch Holger Schmidt, Inhaber des Mazda-Autohauses in Oschatz: "Es kann nur Ablehnung geben, wenn die Stelle in Oschatz geschlossen werden soll. Das träfe nicht nur die Autohäuser der Region, sondern auch jede Menge Geschäfte im Privathandel, die ihre Fahrzeuge selbst an- oder abmelden müssen." Die Absicht der Kreisbehörde habe nichts mit Bürgernähe zu tun, macht Schmidt deutlich. "Wir sind eine der drei großen Städte im Landkreis. Hier muss es eine Kfz-Zulassungs- und Führerscheinstelle geben. Sie muss ja nicht jeden Tag, sollte aber wenigstens an drei Tagen in der Woche geöffnet haben", schlägt der Mazda-Autohaus-Inhaber vor.
Wolfram Heide, Geschäftsführer des Autoservice Heide in Naundorf, beruft sich im Falle einer Schließung der Zulassungsstelle auf den bisher bewährten Zulassungsdienst für seine Kunden. "Dieser nimmt uns und somit dem Kunden in der Regel den Weg zur Zulassungsstelle ab." Die Kraftfahrer könnten ihre Fahrzeuge nach wie vor in Naundorf anmelden. Der Weg bis nach Torgau wäre aus Heides Sicht ebenso nicht hinnehmbar. "Das ist eine immense Entfernung, die man nichtmal eben so bewerkstelligen kann", meint der Geschäftsführer.