7. März 2017 Christine Jacob (Oschatzer Allgemeine Zeitung)

Lernen in der Natur als Teil des Unterrichts?

Nordsachsen/DELITZSCH. Warum sollen Kinder und Jugendliche eigentlich nur in der Theorie und auf der Schulbank lernen? Längst brechen die Strukturen des Frontalunterrichts auf, nun will ein Netzwerk in Nordsachsen einen praktischen, fächerübergreifenden Unterricht vor Ort etablieren. Das Ganze, gibt Claudia Dreßel vom Netzwerk „Grünes Klassenzimmer“ zu, erinnert schon an den polytechnischen Unterricht. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern wie zum Beispiel Elk Messerschmidt vom Technisch-Ökologischen Jugendprojektzentrum Rabutz will die Diplom-Ingenieurin für Agrarwissenschaften Abwechslung zum Schulalltag, nachhaltiges Lernen und auch eine berufliche Orientierung bieten.

Die Idee wurde nun mit dem Regionalbauernverband Hermann-Schulze-Delitzsch einem potenziellen und wichtigen Partner vorgestellt. Das Landgut in Brodau und die Pflanzenproduktion in Glesien sind bereits involviert, es gibt zudem Ansätze wie Bienen- oder Kräuterkunde. Kinder und Jugendliche können in der Natur vom Bio- bis zum Physikunterricht verschiedene Fächer lernen und deren Inhalte, so die Hoffnung, tatsächlich begreifen. Der Einklang von Mensch und Natur soll damit in Nordsachsen mehr und mehr Schulinhalt werden, Aspekte wie Achtsamkeit und Nachhaltigkeit vermittelt werden.

Allerdings braucht es noch mehr Mitstreiter als die schon beteiligten Landwirtschaftsunternehmen: „Wir wollen ein Partnernetzwerk in der Region etablieren und die Vernetzung noch ausbauen“, stellt Claudia Dreßel klar. Für die Landwirte soll eine Möglichkeit herausspringen, das Image der Branche zu verbessern und Nachwuchs zu fördern, indem das Interesse für sogenannte Grüne Berufe gefördert wird. Start des neuen Projekts soll im Schuljahr 2017/18 sein. Die Mitglieder des Bauernverbandes prüfen nun eine weitere Beteiligung.