15. Juli 2011 Karin Rieck (Leipziger Volkszeitung)

100 geförderte Stellen weniger

Nur noch 75 Leute beim Zweckverband Beschäftigungsförderung Nordsachsen

Eilenburg/Doberschütz. 75 Langzeitarbeitslose haben zurzeit beim Zweckverband für Beschäftigungsförderung Nordsachsen in der Stadt Eilenburg sowie der Gemeinde Doberschütz in der Regel befristet für ein halbes Jahr eine Aufgabe und können sich zu den staatlichen Sozialleistungen etwas hinzuverdienen. Seit die Mittel für Förderprojekte für die sogenannten Ein-Euro-Jobber gekürzt wurden (wir berichteten), ist deren Zahl deutlich zurückgegangen. Vor einem Jahr waren es noch 175 Leute, die beim genannten Zweckverband im Umweltbereich zum Einsatz kamen oder zusätzliche Aufgaben bei der Kinder- und Jugendarbeit in kommunalen Einrichtungen oder bei Vereinen übernahmen.
"Im Kinder- und Jugendbereich können wir zurzeit gar keine Leute einsetzen", bedauert Geschäftsführerin Elke Hachmeister. Im Eilenburger Jugendhaus VI seien zwei bis drei Helfer, die zuletzt noch bewilligt worden waren, weggebrochen. Genauso, wie die zehn Mitarbeiter in Kindertagesstätten und Horten sowie acht bei Sportvereinen, vor allem in der Leichtathletik und beim Fußball. "Wir stehen mit dem Jobcenter im Kontakt und mühen uns, sobald es wieder Möglichkeiten gibt, Projekte anzuschieben", hofft Hachmeister. Aber das käme - Erfolg vorausgesetzt - frühestens im nächsten Jahr zum Tragen. "Wir müssen wohl davon ausgehen, dass sich die geförderten Stellen für unseren Zweckverband auf eine durchschnittliche Größenordnung von 50 bis 70 einpegeln werden", beurteilt die Geschäftsführerin die aktuelle Situation realistisch. Mit den Umfängen, in denen früher die Langzeitarbeitslosen beim Zweckverband befristet beschäftigt wurden, sei wohl nicht mehr zu rechnen. Grund dafür ist unter anderem, dass sich die Möglichkeiten, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, deutlich verbessert haben. Hachmeister: "Wir haben zunehmend Mitarbeiter, die zunächst in ein Projekt bei uns eingestiegen sind und dann doch noch eine Arbeit gefunden haben. Und das mit steigender Tendenz."
Das Hauptbetätigungsfeld der Frauen und Männer, die beim Beschäftigungsverband in der Regel zum Arbeitslosengeld II für ihre Tätigkeit 20 bis 25 Stunden pro Woche je Stunde 1,25 Euro dazuverdienen können, beschränkt sich momentan vor allem auf die Verbesserung der Umwelt in den Mitglieds-Kommunen des Zweckverbandes. Die Aktivitäten in den zehn Eilenburger Tafelgärten können seit Mitte April ebenfalls fortgeführt werden. In den Kleingartenanlagen Kugelfang und Sevastopol sind auf den vom Verband urbar gemachten kleineren und größeren Parzellen erneut 28 Mitarbeiter tätig. "Mit viel Fleiß wird hier eine gute Ernte eingefahren", lobt Hachmeister. Vor allem das Gemüse von Kohlrabi über Salat, Radieschen, Kartoffeln, Gurken und Kräuter gedeiht in diesem Jahr besonders gut und bereichert das Angebot des Tafel-Vereins in der Muldestadt.