Kreisgebiet. Die Arbeitslosenquote im Altkreis Delitzsch ging geringfügig um 0,3 Punkte auf 12,5 Prozent hoch. 7239 Betroffene sind 171 mehr als noch vor vier Wochen. Von denen werden 1657 in den Agenturen in Delitzsch (863) und Eilenburg (794) betreut, die sich in den ersten zwölf Monaten kümmern. Dementsprechend 5582 Männer und Frauen, die länger als zwölf Monte ohne Arbeit sind, betreut die Arbeitsgemeinschaft aus Agentur und Landkreis (Arge). Im Landkreis Nordsachsen, mit Torgau-Oschatz, gibt es 12828 Arbeitslose, steht die Quote ebenfalls bei 12,5 Prozent.
"Der geringe Anstieg ist saisonal bedingt. Unser Ziel, auch diese Statistik mit weiteren Rückgängen zu präsentieren, ist leider nicht gelungen. Kritisch ist auch der Anteil in Höhe von 77 Prozent aller Betroffenen im Bereich der Arge zu sehen", sagte Frank Germer, Geschäftsführer der Arge Delitzsch. Der Bereich der unter 25-Jährigen ist vom Anstieg nicht betroffen. Dort ging die Zahl um 26 auf 720 zurück.
Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften (Familien oder einzelne Personen, die Hilfe bekommen) stieg um 33 auf 13663 an. Von diesen Hilfebedürftigen erhalten 10454 Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und 3204 Sozialgeld. In den Gemeinschaften leben nicht nur Arbeitslose, sondern beispielsweise auch Schüler und Senioren. Der sogenannte zweite Arbeitsmarkt zählt fast 2000 Teilnehmer. 1442 sind in Marktersatzmaßnahmen beschäftigt, weitere 504 in Qualifizierungsmaßnahmen. Umfangreiche Veränderungen gibt es ab Januar bei der Organisation des Arbeitsmarktes. Nach der Grundgesetzänderung können Agentur und Kommunen auch zukünftig diese Aufgabe wahrnehmen. Dann jedoch unter dem Namen Jobcenter und nicht Arge. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das sogenannte Optionsmodell umzusetzen. In diesem Modell übernimmt der Landkreis die alleinige Trägerschaft (wir berichteten).
Die politische Entscheidung darüber muss der Kreistag am Mittwoch, dem 8. Dezember, fällen. Um das Optionsmodell einführen zu können, sind 54 der 81 Stimmen nötig. Die Linke hat ihre konsequente Ablehnung bereits signalisiert. Die Fraktion der SPD/Grünen lässt ihre Mitglieder frei entscheiden. Und auch bei den Freien Wählern gibt es keinen Fraktionszwang und damit Stimmen für beide Modelle. Unter dem Strich sieht es nach einer sehr knappen Entscheidung aus. Egal, wie die Entscheidung ausgeht, für die Betroffenen wird sich nichts ändern. Denn alle vier Standorte (Torgau, Oschatz, Delitzsch, Eilenburg) bleiben bestehen. Das Jobcenter wird seinen Hauptsitz ab 1. Januar in Oschatz haben.
In Nordsachsen gibt es momentan noch zwei Arbeitsgemeinschaften in Oschatz und Delitzsch. Die kümmern sich mit 345 Mitarbeitern (davon 130 kommunale) um rund 25000 Hilfebedürftige. Frank Pfütze / © Standpunkt
Die erste Zahl deutet auf die Abgänge (grün) oder Zugänge (rot) auf dem Arbeitsmarkt hin. Die rechten Zahlen (rot) zeigen den Gesamtbestand.Grafik: Frank Pfütze
