Nordsachsen (TZ). 340,2 Kilogramm Abfall hat jeder Torgauer durchschnittlich im Jahr 2010 produziert. Das geht aus der Bilanz hervor, die der Abfallverband Nordsachsen unlängst präsentiert hat. Dabei machten Wertstoffe wie Glas, Papier, Kunststoff mit 120,8 Kilogramm pro Einwohner den dicksten Brocken aus. In der Statistik folgen Restabfälle aus Haushalt und Gewerbe mit 113,6, Bio-/Grün-Abfall mit 64,4 und Sperrmüll mit 41,4 Kilogramm pro Kopf.
Beim Thema Müll ist Nordsachsen nicht gleich Nordsachsen. Mit seiner Bilanz für 2010 stellte der Abfallverband Nordsachsen nicht die Daten für den Landkreis Nordsachsen, sondern für das Verbandsgebiet vor, das diesen Namen schon seit 2005 trägt. Dazu gehören der Altkreis Torgau-Oschatz und der Altkreis Döbeln, der inzwischen zu Mittelsachsen gehört. Noch bis 2013 sorgt der AVN dafür, dass der in den genannten Regionen gesammelte Müll verwertet oder entsorgt wird.
Neben den Restabfällen aus Haushalten kümmert sich der AVN auch um Abfälle von öffentlichen Flächen wie Straßenkehricht, Abfälle aus Gewerbe und Industrie, sowie Bau und Abbruchabfälle – sofern sie vor Ort von den öffentlichen Entsorgern wie der A.TO bewegt werden. Im Jahr 2010 übergaben die örtlichen Unternehmen 28 145 Tonnen an den AVN. Das waren 2000 Tonnen weniger als im Jahr zuvor. Nichtsdestotrotz konnte mit dieser Menge der Vertrag mit der Abfallverwertungsanlage Zorbau eingehalten werden. Der wurde eine jährliche Lieferung zwischen 25 und 40 000 Tonnen zugesichert. Wirft man einen Blick in die beiden Regionen des Entsorgungsgebiets, so sind die Restabfallmengen beinahe identisch bei rund 14 000 Tonnen.
Interessant ist die Entwicklung innerhalb des Verbandsgebiets beim Sperrmüll. Holzanteile werden hier inzwischen separat erfasst und verwertet. Das Gesamtaufkommen blieb mit rund 5729 Tonnen im Verbandsgebiet weitgehend stabil. 2232 Tonnen davon waren Holzanteile. Blickt man nun auf die Regionen, „produzierte“ jeder Torgau-Oschatzer im Jahr 2010 durchschnittlich 41,4 Kilogramm Sperrmüll, von denen 17,4 Kilogramm Holz waren. Bei den Döbelnern lagen die Werte bei 29,2 Kilogramm Sperrmüll pro Einwohner mit einem verwerteten Holzanteil von 9,7 Kilogramm. Den Unterschied macht hier das Annahmesystem der A.TO. Die nimmt den Sperrmüll nicht nur über die Straßensammlung ein. Stark nachgefragt ist auch die Selbstablieferung auf den Deponien.
Doch nicht aller Müll landet direkt bei den Entsorgern. Allzu oft werden Abfälle wild abgekippt und müssen dann auf Kosten der Landkreise – und damit der Steuerzahler – wieder eingesammelt werden. Im Jahr 2010 mussten dafür 19 800 Euro aufgewendet werden. Das waren 22 Cent je Einwohner. In den Jahren zuvor war dieser Wert beinahe identisch, lag bei 20 727 Euro im Jahr 2008 und bei 20 010 Euro im Jahr 2009.
