Nordsachsen (TZ). Statt 36 Stellen werden im kommenden Jahr im Landkreis nur noch 32 über die Fachkraftförderung gestützt. Ein Rückgang um immerhin vier Posten. Grund ist die weitere Abnahme der Anzahl junger Nordsachsen um die Zahl 1974 und daraus resultierende geringere Zuweisungen vom Freistaat. „Dass der Kreis unter Vorbehalt eines bestätigten Haushalts am Ende dennoch über insgesamt 38 Fachkraftstellen verfügen wird – und damit zwei mehr als 2011 –, liegt an zusätzlichen Geldern, die der Bund für Schulsozialarbeit über das Bildungs- und Teilhabepaket bereitstellt“, erläuterte Jutta Pfennig vom nordsächsischen Sozialamt.
Den Planungen der Landkreisverwaltung liegt die Annahme zugrunde, dass der Freistaat auch im kommenden Jahr pauschal nur 10,40 Euro für einen jungen Menschen im Alter von 0 bis 27 Jahre zur Verfügung stellen wird. „Aufgrund der finanziellen Lage ist es uns erneut nicht möglich, den Kürzungsbetrag des Freistaats zu kompensieren“, sagte Sozialdezernent Günter Sirrenberg während des jüngsten Jugendhilfeausschusses. Nicht von ungefähr blieben deswegen auch neue Projektanträge im Vergleich zu 2011 unberücksichtigt.
Die zusätzlichen Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes haben unter anderem dazu geführt, dass die Stelle der Schulsozialarbeiterin an der Beilroder Mittelschule nun nicht mehr aus der eigentlichen Pauschale zur Fachkraftförderung finanziert zu werden braucht. An den Beruflichen Schulzentren Torgau und Oschatz konnte zudem jeweils eine neue sozialpädagogische Betreuungsstelle geschaffen werden. Gleiches soll übrigens auch auf die Mittelschule in Krostitz zutreffen sowie gleich auf zwei neue Stellen an der Caritas-Schule Eilenburg, wo ein sachsenweites Modellprojekt umgesetzt wird. Für Kreisrat Matthias Grimm-Over haben jene sechs Stellen in der Schulsozialarbeit einen scheinbaren Paradigmenwechsel in der Fachkraftförderung zur Folge. Auch wenn es sich beim Bildungs- und Teilhabepaket vorerst nur um eine befristete Förderung handele, ändere dies nichts daran, dass die Fachkraftförderung 2012 spürbar in eine andere Richtung ausschlage. Ob dieser Schritt am Ende aufgehen werde, wagte Grimm-Over jedoch nicht zu beurteilen.
Größte Profiteure der Fachkraftförderung sind der DRK Kreisverband Delitzsch mit drei Stellen (90 Wochenarbeitsstunden), der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Nordsachsen sowie der Jugendring Oschatz mit jeweils einer Stelle. Den beiden Letztgenannten kommt dabei eine Ausnahmegenehmigung zugute, die die Wochenarbeitszeit im Kinder- und Jugendhaus Torgau respektive dem Jugendhaus Oschatz auf 36 Stunden festlegt. Bei allen anderen Stellen beträgt die Wochenarbeitszeit 30 Stunden.
Weil es im Vergleich zum vergangenen Jahr – wie bereits erwähnt – keine zusätzlichen Projekte geschafft haben, anerkannt zu werden, bleibt auch die von der IG Rock am Torgauer Brückenkopf erneut beantragte Stelle zur Entwicklung und Förderung der Jugendarbeit von der Fachkraftförderung ausgeschlossen. Inwiefern die Stadt dem Verein unter die Arme greifen kann, vermochte Rathaussprecher René Vetter gestern noch nicht zu sagen. Derzeit befände sich die Frage, wie eine Vereinsförderung 2012 ausgestaltet wird, noch in der Abstimmung, sagte Vetter.