16. März 2011 Nico Wendt (Torgauer Zeitung)

96 "Neue" am Torgauer Gymnasium

Nordsachsen (TZ). Im Altkreis Torgau-Oschatz bekamen unlängst 422 Viertklässler ihre Bildungsempfehlung. Die Mehrzahl von ihnen wird nächstes Schuljahr die Mittelschule besuchen. Die Standorte in der Region gelten mit den vorliegenden Zahlen als sicher. Beilrode registrierte 45 Anmeldungen, Mockrehna 78, Torgau-Nordwest 65, die Torgauer Mittelschule Katharina-von-Bora 65, Mügeln 44 und Oschatz 94.

Lediglich für Wermsdorf sieht es mit 31 Anmeldungen nicht so rosig aus. „Wermsdorf liegt deutlich unter der Vorgabe. Mittelschulen sollten zweizügig geführt werden mit mindestens 40 Schülern pro Jahrgang“, so Roman Schulz, Pressesprecher der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig. Das Torgauer Gymnasium habe 96 Anmeldungen verzeichnet und das Oschatzer Gymnasium ebenfalls 96. „Torgau könnte fünf Klassen aufnehmen. Das passt gut“, bemerkte Roman Schulz dazu. Die Zahlen für den gesamten Bereich der Regionalstelle seien relativ konstant geblieben. Konkret besuchen aktuell 6333 Jungen und Mädchen die 4. Klasse. Im Vorjahr seien es 6297 gewesen.

Schulz: „Das Tief ist überwunden. Wir werden in nächster Zeit noch einen leichten Anstieg verzeichnen, bis auf 6600/6700 Schüler in zwei bis drei Jahren“, sagte der Pressesprecher. Eine Tatsache, die man in hiesigen Mittelschulen gern zur Kenntnis nimmt. Die Erinnerung an die geburtenschwachen Jahrgänge, die um 2006/2007 ihre Bildungsempfehlung erhielten, ist noch wach. Damals lag die Zahl der Viertklässler im Bereich der Regionalstelle weit unter 6000. Im Ergebnis mussten einige Mittelschulen schließen. Bemerkbar macht sich auch die Veränderung bei der Bildungsempfehlung. Angehende Gymnasiasten müssten nun statt eines Notendurchschnitts von 2,5 mindestens eine 2,0 vorweisen. Es werden also künftig weniger Schüler ans Gymnasium wechseln. „Von den 6333 sind es nur noch 45,9 Prozent“, so Roman Schulz. 52,6 Prozent besuchen dagegen die Mittelschule. Nicht eingerechnet sind Mädchen und Jungen, die einen Bildungsweg über das Berufliche Schulzentrum wählen. Fazit: die Mittelschulen im ländlichen Raum werden gestärkt.

Rosemarie Krieglsteiner, Leiterin in Mockrehna gestern: „Mit den 78 Anmeldungen sind wir mehr als zufrieden. Mit so vielen hätten wir gar nicht gerechnet.“ Zwar registrierte man vor fünf Jahren schon mal über 70 Anmeldungen, danach sei die Zahl aber wieder gesunken. Rosemarie Krieglsteiner verwies darauf, dass sich das Einzugsgebiet für Mockrehna auch enorm vergrößerte, nachdem Mittelschulen wie in Dommitzsch und Schildau geschlossen wurden.