Kreisgebiet. Eigentlich ist die Arbeit des Abfallverbandes Nordsachsen eine Erfolgsgeschichte. Die Bewohner der Torgauer, Oschatzer und Döbelner Region brauchten nur moderate Preise für ihre Müllentsorgung zahlen. Die Kreisreform jedoch stoppte das Modell. Am 8. Dezember 2010 beschloss die Region Döbeln, die nun zum Kreis Mittelsachsen gehört, den Austritt aus dem Abfallverband Nordsachsen. Wie der Kreis Nordsachsen reagiert, darauf einigten sich dessen Abgeordnete bei ihrer jüngsten Sitzung.
Die Vertreter des Landkreises Nordsachsen im Abfallverband wurden ermächtigt, dem Antrag von Mittelsachsen auf Ausscheiden zuzustimmen und entsprechende Verhandlungen zu führen. Mittelsachsen will zum 31. Mai 2013 den Verband verlassen. Der Termin ist mit Bedacht gewählt, denn an diesem Tag läuft der Entsorgungsvertrag des Verbandes mit dem Entsorgungskonsortium SITA-WEV Nordsachsen aus.
Für Mittelsachsen ist der Weg offenbar schon klar. Der Kreis plant den Aufbau einer eigenen Entsorgungsstruktur, will seinen Abfall künftig über den Abfallwirtschaftsverband Chemnitz entsorgen. Immerhin hat Mittelsachsen einen günstigen Preis von 64 Euro pro Tonne Abfall aushandeln können.
Tatsache ist aber, dass Mittelsachsen ohne die Einwilligung des Kreises Nordsachsen nicht aus dem Verband ausscheren kann. Doch mit dem Beschluss des Kreistages in Torgau scheint der Weg geebnet. Die Sitzungsvorlage fasst es knapp zusammen: "Vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Mittelsachsen ist aus Sicht des Landkreises Nordsachsen eine gemeinsame Auflösung und Abwicklung des Abfallverbandes Nordsachsen vorzugswürdig."
Wie es für die Bewohner der Oschatzer und Torgauer Region weitergeht, ist noch nicht sicher. Klar ist jedoch schon, dass der Landkreis Nordsachsen die Funktion des Abfallverbandes übernehmen würde. Daraus folgt aber auch, dass die Entsorgungsleistungen neu ausgeschrieben werden müssen. Der Verbandsrat der Linken, Michael Sehrt, dazu: "Es ist zu hoffen, dass bei einer Ausschreibung günstige Entsorgungskosten für die Bürger des Altkreises ausgehandelt werden können."