23. April 2011 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

Ärztemangel: Große Erwartungen nach Konferenz

Torgau/Nordsachsen (TZ). Landrat Michael Czupalla erwartet, dass bereits im August umsetzbare Maßnahmen zur Bekämpfung des Ärztemangels in Nordsachsen feststehen. Am Ende der Regionalkonferenz zur medizinischen Versorgung am Mittwoch sagte er, „Wir wissen, wie viele Ärzte wir brauchen. Wir wissen, dass die Lebensumstände stimmen müssen. Am Ende treffen wir uns beim Geld.“ Es brauche keine zehn Veranstaltungen mehr, um zu klären „ob wir uns das leisten wollen und wenn ja, wie.“

Auf den Vorschlag des CDU-Bundestagsabgeordneten Manfred Kolbe, die Anliegen des Kreises im gerade laufenden Gesetzgebungsverfahren geltend zu machen, ging Czupalla indes nicht ein. „Wir machen das lieber lokal.“ Die geringe Begeisterung des Kreis-Chefs für das „große Rad“ speist sich wahrscheinlich aus den negativen Erfahrungen mit der Auswertung des bundesdeutschen Pilotprojekts für Ärzte im ländlichen Raum, an dem die Region Torgau-Oschatz teilgenommen hatte. Hatten die Maßnahmen punktuell noch Wirkung gezeigt, war die Evaluation und anschließende Auswertung durch ein Hamburger Beratungsbüro für viele ein Fiasko. Die dort unterbreiteten Vorschläge waren schlicht nicht umsetzbar. „Diese unbefriedigenden Lösungsansätze veranlassten uns, umgehend mit der Vorbereitung der heutigen Regionalkonferenz zu beginnen und über diesen Weg für unsere regionalen Besonderheiten im bundesdeutschen Kontext Lösungsansätze zu erarbeiten“, so Michael Czupalla am Mittwoch.