30. November 2011 Christine Jacob (Leipziger Volkezeitung)

Alternder Landkreis - Nur noch 13,2 Prozent der Nordsachsen sind jünger als 18 Jahre

Kreisgebiet. Knapp zehn Jahre in zwei Jahrzehnten altern. Was - optimistisch betrachtet - nach dem Jungbrunnen klingt, belegt als Demografiemonitor des Statistischen Landesamtes in Kamenz den traurigen Trend einer stetig alternden Bevölkerung. Auch der Landkreis Nordsachsen wird immer älter: Wies er 1990 noch ein Durchschnittsalter von 37,7 Jahren auf, ist er nun im Mittel schon bei 46,2 Jahren angekommen (Stand 2010), nur noch 13,2 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 18.
Beim Trend der alternden Bevölkerung bilden auch die drei Städte Bad Düben, Eilenburg und Delitzsch keine Ausnahme. War Bad Düben 1990 mit durchschnittlich 35,5 Jahren noch recht jung, kletterte das Durchschnittsalter allein bis 1995 schon um knapp drei Jahre. 2000 weist der Demografiemonitor für die Kurstadt schon ein Alter von 41,3 Jahren aus, 2010 kam die Stadt bei 46,3 Jahren an. Lag der Anteil der Leute ab 65 im Wendejahr noch bei 10,8 Prozent, waren es im vergangenen schon 25 Prozent. Unter 18 sind heute nur noch rund 14 Prozent der Bevölkerung, 1990 waren es noch elf Prozentpunkte mehr. Besonders die Frauen - ihr Anteil an der Bevölkerung liegt derzeit bei rund 51 Prozent - werden in der Kurstadt immer älter: Ihr Durchschnittsalter ist inzwischen auf 48,1 Jahre im Vergleich zu den 37,4 Jahren kurz nach der Wende gestiegen. Die Männer sind mit durchschnittlich 44,4 Jahren (1990: 33,4 Jahre) deutlich jünger.
46,5 Jahre im Durchschnitt ist auch Eilenburg alt, war 1990 noch 38,1 Jahre jung. Zehn Jahre später bereits war die Muldestadt schon um gut vier Jahre gealtert. Der Anteil der über 65-Jährigen stieg von 13,8 auf 25,4 Prozent. Noch nicht volljährig sind nur noch 13,3 statt früher einmal 22,8 Prozent der Bevölkerung. Bei einem Frauenanteil von heute ebenfalls rund 51 Prozent sind die Damen in der Muldestadt inzwischen 48,7 Jahre alt und damit seit 1990 um knapp acht Jahre gealtert. Die Männer sind inzwischen bei 44,2 Jahren angekommen, waren vor gut zwei Jahrzehnten noch 35,1 Jahre jung.
Noch rasanter alterte die Loberstadt: 1990 noch 36,9 Jahre jung, waren es 2000 schon 41,6 Jahre. Die Bürger über 65 machen inzwischen einen Anteil von 23,7 statt 12,5 Prozent (Stand 1990) aus. Unter 18 sind noch 13,4 Prozent der Loberstädter, 1990 waren es noch elf Prozentpunkte mehr. Delitzsch hat inzwischen ein Durchschnittsalter von 46,3 Jahren erreicht. Der Frauenanteil ist auf 50,8 Prozent im Vergleich zu 52,1 Prozent 1990 gesunken, die Damen schon 48,2 Jahre statt wie 1990 rund 39 Jahre alt. Die Männer haben die 40er-Marke ebenfalls geknackt: 44,2 Jahre sind die Delitzscher im Durchschnitt alt, waren 1990 noch fast zehn Jahre jünger.
Dagegen kann sich eine Universitätsstadt wie Leipzig über ihre Altersbilanz noch glücklich schätzen: Auch die Messestadt ist im Schnitt schon 44 Jahre alt, im Vergleich zu 1990 damit aber nur vier Jahre gealtert.