21. April 2011 Leipziger Volkszeitung

Arbeitnehmerfreizügigkeit - Leipzig und Nordsachsen betroffen

Kreisgebiet (red). Derzeit sei noch "völlig unklar", wie viele Menschen im Zuge der Arbeitnehmerfreizügigkeit ab 1. Mai in die Region Leipzig-Nordsachsen kommen. Das sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Leipzig-Nordsachsen, Bernd Günther. "Hier irgendwelche Zahlen zu nennen, ist reine Spekulation. Es ist jedoch klar, dass Leipzig als Metropolregion stark betroffen sein wird."
Zur am 1. Mai in Kraft tretenden Arbeitnehmerfreizügigkeit für Arbeitnehmer aus osteuropäischen Ländern warnt der DGB vor Risiken und fordert mehr Beratungsangebote: "Auch wenn die Arbeitnehmerfreizügigkeit viele Chancen bietet, kann sie auch zu Missbrauch führen." Zu den Risiken gehören laut Günther zum Beispiel der mögliche Missbrauch im Bereich der Leiharbeit. Unternehmen könnten Regelungen innerhalb der Arbeitnehmerüberlassungen durch das Ausstellen von Werkverträgen umgehen. Genauso problematisch: Deutsche Firmen könnten Töchterfirmen in anderen Ländern gründen, um anschließend Arbeitnehmer zu Bedingungen ihrer Herkunftsländer in Deutschland zu niedrigsten Löhnen arbeiten zu lassen. Bernd Günther betont: "Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort. Für uns ist das ein Menschenrecht. Dafür müssen auf politischer Ebene schnellstmöglich Regelungen her."