29. April 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Arbeitsmarkt blüht im Frühjahr weiter auf

Quote im Altkreis Delitzsch steht jetzt bei 13,2 Prozent

Kreisgebiet. Im Landkreis Nordsachsen ist die Arbeitslosigkeit im April um 690 Personen auf 14493 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,6 Punkte auf 12,8 Prozent (Vorjahr 13,5 Prozent). Im Altkreis Delitzsch steht die Quote bei 13,2 Prozent und sank damit um 0,4 Punkte. Aktuell sind in Delitzsch (4106) und Eilenburg (3515) 7621 Arbeitslose und damit 318 weniger als vor vier Wochen registriert.
Von den 7621 Betroffenen werden 1744 in den Agenturen in Delitzsch und Eilenburg betreut, die in den ersten zwölf Monaten verantwortlich sind. Dementsprechend 5877 Kunden zählt das Jobcenter, das sich danach weiter kümmert.
"Die Frühjahrsbelebung hält an. Ich gehe davon aus, dass es noch recht lange so bleibt. Im kommenden Monat werden laut Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise wieder weniger als drei Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos sein. Da liegen wir im Trend", sagte Erika von Scheven, Agenturchefin in Delitzsch. Um zukünftig den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften decken zu können, müsse mehr Personal aus dem SGB-II-Bereich (Hartz IV, Langzeitarbeitslose) fit gemacht und rekrutiert werden, ergänzte Catrin Jubeh, Geschäftsstellenleiterin in Eilenburg. Und auch die 50- bis 65-Jährigen rücken weiter in den Mittelpunkt. In diesem Bereich gab es im Altkreis 71 Rückgänge. Jubeh: "Die über 50-Jährigen werden gebraucht, der Arbeitsmarkt steht ihnen offen. Wir sind in Kontakt mit den Arbeitgebern, um ihnen dieses Potenzial nahe zu bringen." Seit Februar konnten in beiden Geschäftsstellen 112 über 50-Jährige vermittelt werden.
In Nordsachsen gibt es 13996 Bedarfsgemeinschaften (Familien oder einzelne Personen, die Hilfe bekommen). In diesen Gemeinschaften leben 19110 Menschen, die Hartz IV erhalten. Weitere 5756 bekommen Sozialgeld. Die Anzahl der Empfänger von Arbeitslosengeld II ist im April um 131 Personen zurückgegangen. "Langzeitarbeitslose haben derzeit bessere Jobchancen als in den vorangegangenen Jahren", kommentiert Jobcenter-Geschäftsführer Frank Germer die gegenwärtige Situation. Doch nicht immer reicht der erzielte Verdienst aus, um den Leistungsbezug komplett zu vermeiden. "Oft sind die Übergänge fließend. Das stellt uns nicht zufrieden, aber auch ein anfänglicher Nebenverdienst oder ein Minijob können ein wichtiger Schritt zu einem regulären Job sein."
Neben der Arbeitslosigkeit weist die Agentur die Unterbeschäftigung aus, bei der auch die Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen einschließlich zweitem Arbeitsmarkt und Weiterbildung einbezogen werden. Ende April lag die Unterbeschäftigung im Landkreis Nordsachsen bei 16640 Personen, 802 weniger als im März. Das entspricht einer 14,9-Prozent-Quote.