Arzberg (TZ). Geht es nach den Vorstellungen von Schulleitung und Förderverein, ändert sich das Gesicht der Arzberger Grundschule im kommenden Schuljahr grundlegend. So wird derzeit weiter an der Idee der Umsetzung eines inklusiven Schulprofils gearbeitet. Das bedeutet, dass alle Schüler, egal ob mit oder ohne Handicap, gemeinsam in der Einrichtung betreut werden können.
Wie Schulleiterin Silke Dolecek in der vergangenen Woche beim Besuch der „Unser Dorf hat Zukunft“-Kommission erklärte, erarbeite sie hierfür momentan ein Konzept. Dolecek rechnet damit, dass dies bis zu den Sommerferien vorliegen wird.
Arzberg könnte somit schon im Jahre 2012 in der Region eine Vorreiterfunktion in Sachen Inklusion einnehmen, sagte Dolecek – vorausgesetzt, die Schulbehörden zeigen sich ebenso wie die Ostelbier von der Idee überzeugt.
Die in Anbetracht der Zeitnot kompakten Ausführungen der Schulleiterin stießen bei den Kommissionsmitgliedern auf großes Interesse. Auf deren Frage, ob die Schule hierfür auch die baulichen Voraussetzungen erfülle, antwortete Dolecek, dass eigentlich nur noch ein Fahrstuhl fehle. Ansonsten sei das Gebäude so konzipiert, dass Rollstuhlfahrer keinerlei Probleme hätten.
Die Arzberger Gemeindeverwaltung steht voll und ganz hinter den Plänen, auch wenn diese finanziell untermauert sein wollen. Isolde Soldner bestätigte gegenüber den Jury-Mitgliedern, dass für den Einbau eines Fahrstuhls lieber ein Straßenprojekt weniger in Angriff genommen werde. Die Schule genieße oberste Priorität.
Die Torgauer Zeitung hatte bereits im Mai von ersten inoffiziellen Gesprächen zwischen Förderverein, Schule und dem Institut für Förderpädagogik der Universität Leipzig berichtet. Auf politischer Ebene ist es vor allem die LINKE, die die Arzberger bei jenem Vorhaben unterstützt. Für Cornelia Falken, die bildungspolitische Sprecherin der LINKE-Landtagsfraktion, wäre das Arzberger Modellvorhaben nicht nur für die Region Leipzig, sondern für den gesamten Freistaat vom immenser Bedeutung. Sei dies doch ein erster Schritt, sich wie anderswo, vom Prinzip der Förderschulen zu verabschieden.