Kreisgebiet. Der konjunkturelle Aufschwung belebt den Arbeitsmark: Laut einer Umfrage des Münchener Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung plane jedes fünfte der befragten rund 650 deutschen Unternehmen, in diesem Jahr die Anzahl seiner Mitarbeiter zu erhöhen. Während sich lediglich acht Prozent der Firmen 2011 von Mitarbeitern trennen wollen, gaben 70 Prozent an, ihren Personalbestand stabil halten zu wollen.
Ein Ziel, das man auch bei der Profiroll Technologies GmbH in Bad Düben verfolgt. "100 Prozent sicher ist, dass wir unseren Personalbestand 2011 werden halten können. Ob darüber hinaus Spielraum für Neueinstellungen bestehen wird, hängt von der weiteren Entwicklung in diesem Jahr ab", so Geschäftsführer Werner Ende. Sein Unternehmen profitiere von einer steigenden Nachfrage.
Die Auto- sowie die Autozulieferindustrie registrieren in Verbindung mit der Nachfrage aus dem asiatischen Raum volle Auftragsbücher. Über solche freut man sich aktuell auch bei der Ebawe Anlagentechnik GmbH in Eilenburg. "Wir haben von 2009 bis heute unseren Umsatz um 25 Prozent steigern können und sind zuversichtlich, in den kommenden Monaten noch einmal in dieser Größenordnung zulegen zu können", so Geschäftsführer Erich Nussbaumer. Seine Firma sei nicht direkt von der Wirtschaftskrise betroffen gewesen. "Wir haben diese vielmehr dazu genutzt, uns zu konsolidieren, so dass wir auch unseren Personalbestand konstant halten können, gleichwohl es keine Notwendigkeit zur Aufstockung in diesem Bereich gibt."
Personell wird in diesem Jahr sehr wahrscheinlich auch in der Krostitzer Technik & Metallbau GbR alles beim Alten bleiben. "Wir haben zwar diesbezüglich noch keine Pläne, nach Lage der Dinge werden wir dieses Jahr jedoch personell mit dem Stamm der vergangenen Jahre bestreiten", so Geschäftsführer Sebastian Kühne.
Ein wenig anders stellt sich die Situation hingegen im Eilenburger Werk des finnischen Altpapierrecyclers Stora Enso dar, der mit den anhaltend hohen Altpapierpreisen zu kämpfen hat. "Diese hohen Preise zwingen uns dazu, die Personalsituation mehr denn je im Auge zu behalten", so die Leiterin der Personalentwicklung, Simone Höge. Gleichwohl gebe es derzeit weder Vorgaben seitens der Konzernführung noch irgendwelche Pläne hinsichtlich eines Personalabbaus. "Nichtsdestotrotz führen wir betriebsinterne Projekte durch, mit denen wir Rationalisierungsmöglichkeiten im Personalbereich ausloten", so Höge. Zudem werde beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern geprüft, ob die frei werdende Stelle neu besetzt werden muss oder die damit verbundene Tätigkeit von anderen Mitarbeitern übernommen werden kann. "Trotz des vorhandenen Drucks im Personalbereich blenden wir die Alterspyramide nicht aus und werden auch künftig jungen Leuten eine Chance geben", so Höge.