Nordsachsen. In Nordsachsen gibt es rund 500 Kilometer zum großen Teil ausgeschilderte oder in Ausschilderung befindliche Radwanderrouten. Die Regionen Torgau-Oschatz (2003) und der Altkreis Delitzsch (2007) weisen einen unterschiedlichen Bearbeitungsstand auf, was die Radwegekonzepte anbelangt. Die Landkreisverwaltung lässt für 30000 Euro ein gemeinsames Konzept erarbeiten und will den Auftrag dafür in dieser Woche an ein Ingenieurbüro vergeben. Bis Ende 2012 soll es fertig sein.
Die Planer haben nur ein Jahr Zeit, um die Strecken im Landkreis in einem Papier zu vereinen, zu erfassen, aufeinander abzustimmen und auf sächsischen Standard zu bringen. "Es geht vorrangig darum, Lücken zu schließen, Anschlüsse herzustellen, auszubauen und neu zu bauen sowie touristische Ziele anzubinden. Es ist aber auch wichtig, dass die Routen aufeinander abgestimmt sind. Nur dann ist es möglich ein lückenloses Netz auch über die Kreisgrenzen hinaus anzubieten. Und da darf jeder nicht nur sein Stückchen sehen", sagte Uta Schladitz, Chefin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. Und das gehe nur mit den Kommunen. Darum wird das Ingenieurbüro jede Kommune aufsuchen.
"Das Konzept ist die Grundlage für Kommunen, um Fördermittel zu beantragen und in das Radwegenetz zu investieren. Ohne Konzept geht gar nichts", so Schladitz. Die eventuellen Investitionen in Radwege oder deren Ausbau lehnen sich dabei an die Straßennetze an. Für Bundesstraßen begleitende Radwege sind Bund und Land zuständig, für Kreisstraßen, wie aktuell entlang der Alten B184 von Rackwitz nach Wiederitzsch, der Landkreis. Für alle kommunalen Straßen und Projekte müssen Städte und Gemeinden investieren. Wenn Geld vorhanden ist und es der jeweilige Haushalt zulässt.
Der Schwerpunkt für die künftige Planung liegt in Torgau-Oschatz, weil dort der Bearbeitungsstand älter ist als im Altkreis Delitzsch. Die Radwege in Nordsachsen weisen eine unterschiedliche Qualität auf und sind in Radfernwege (wie Elbe-, Mulde- und Elsterradweg); regionale Hauptrouten (beispielsweise Torgischer Radweg, Radweg Berlin - Leipzig, Mulde-Elbe-Route, Route Kohle-Dampf-Licht) und sonstige Strecken wie den Mühlenradweg gegliedert.
Die Landkreisverwaltung hat für den Altkreis Delitzsch im Konzept von 2007 fünf Routen in den Vordergrund gerückt von denen zwei bereits bearbeitet sind. Das ist die sogenannte Nord-Süd-Route. Eine Radroute die auch im Konzept des Freistaates verankert ist. Diese Trasse trägt nun den Namen Kohle-Dampf-Licht und verläuft von Wittenberg kommend durch Delitzsch - Rackwitz - Schkeuditz weiter nach Leipzig bis Markkleeberg und führt weitgehend durch die Tagebaufolgelandschaften. Die zweite heißt Salzstraße, kommt von Sachsen-Anhalt und bindet Schkeuditz an Leipzig an. Aktuell erfolgt die Neu-Beschilderung des Mulderadweges bis Ende dieses Jahres. Im Torgauer Raum soll der Elberadweg bis 2013 neu beschildert werden. "Wir wollen vorrangig Wege in guter Qualität zur Verfügung stellen mit einer durchgängigen Beschilderung. Denn neben unseren einheimischen Radfreunden wollen wir Gäste von außerhalb für den Landkreis und seine touristischen Ziele begeistern", sagte Sylke Seidel aus dem Sachgebiet Wirtschaftsförderung und Tourismus.
Drei Angebote hat die Kreisverwaltung eingeholt. In dieser Woche soll es bereits erste Absprachen mit dem Ingenieurbüro geben, das den Zuschlag erhält.