12. Juli 2011 Uwe Gutzeit (Torgauer Zeitung)

Aus für Asylbewerberheim

Torgau (TZ). Prof. Dr. Martin Gillo (CDU), Mitglied und Ausländerbeauftragter des Sächsischen Landtages, hat dem Landkreis Nordsachsen kürzlich einen Arbeitsbesuch abgestattet. Dabei besuchte er die Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber, unter anderem auch die am Torgauer Stadtpark.

Wie von einer Pressesprecherin des Büros des sächsischen Ausländerbeauftragten zu erfahren war, handelte es sich um die zweite Runde von Besuchen aller 30 sächsischen Gemeinschaftsunterkünfte von Asylbewerbern und anderen ausländischen Flüchtlingen. Die erste Runde hatte bereits 2010 stattgefunden, „um uns ein genaues Bild von der Unterbringung der Asylbewerberinnen und Asylbewerber sowie Geduldeten in Sachsen zu machen“, so die Sprecherin. Dabei sei es um solche Fragen gegangen, wie angemessen und sicher die Unterbringung in Sachsen ist, ob diese den allgemeinen Prinzipien der Mitmenschlichkeit und Humanität entsprechen und inwieweit die Zustände verbesserungswürdig sind. Nun erfolgte also ein zweiter Besuch, um die Heime noch einmal zu beurteilen.

Für Torgau kam der Besuch „zu spät“, weil der Landkreis selbst schon die Reißleine gezogen hat. „Das Heim entspricht nicht mehr unseren Anforderungen“, sagte Pressesprecher Rayk Bergner auf Anfrage der TZ. „Wir haben zunächst über eine Modernisierung nachgedacht, dann aber einvernehmlich mit dem Betreiber entschieden: Das Heim wird zum 31. Dezember 2011 geschlossen. Der Nutzungsvertrag wurde fristgemäß gekündigt. Es gab dazu Gespräche mit der Stadt, auch alle Heimbewohner wurden informiert.“ Noch bis zum 18. Juli 2011 läuft die europaweite „Ausschreibung für die Unterbringung von Asylbewerbern und anderen ausländischen Flüchtlingen an einem Standort im Gebiet des Landkreises Nordsachsen“. Die Gemeinschaftsunterkunft soll 120 Personen Platz bieten. Jeder, der eine mindestens dreijährige Erfahrung mit der Unterbringung einer vergleichbaren Personenzahl hat und weitere im Ausschreibungstext geforderte Nachweise erbringt,  kann sich bewerben.