12. April 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

B 87 n - Ziel bleiben vier Spuren

Dezernentin Angelika Stoye spricht mit Verkehrsminister Peter Ramsauer

Kreisgebiet. Dreistreifig, vierstreifig oder beides? Eine endgültige Entscheidung darüber, wie die Bundesstraße 87 neu gebaut wird, ist noch nicht gefallen. Peter Ramsauer (CSU) empfing eine nordsächsische Delegation in Berlin. Dezernentin Angelika Stoye war ebenso dabei wie Torgaus Bürgermeisterin Andrea Staude (SPD) und Manfred Kolbe (CDU, MdB). Der Bundesverkehrsminister will nun alle Argumente noch einmal prüfen, bevor das wichtige Projekt eingetütet wird.
Angelika Stoye war mit der Erwartung nach Berlin gereist, dass die jetzt prognostizierten Ausbaupläne nochmals auf den Prüfstand kommen. Sie wurde nicht enttäuscht. Ramsauer hatte im Februar eine abgespeckte Variante vorgestellt und für Verwirrung gesorgt. Denn die sieht vor, die Straße von der Autobahn 14 bis Eilenburg vierstreifig auszubauen. So ist es vom Bund inzwischen als vordringliche Maßnahme eingestuft. Die Erweiterung der Ortsumfahrung Eilenburg auf vier Spuren soll jedoch komplett entfallen. Zwischen Eilenburg und Torgau wird keine Notwendigkeit für einen vierspurigen Ausbau gesehen. Vielmehr soll von Eilenburg bis Torgau eine dreispurige Straße, auch um Torgau herum, gebaut werden. Ab Torgau bis Brandenburg gibt es noch keine konkreten Aussagen. Stoye dazu: "Brandenburg macht nicht den Druck wie Nordsachsen. Bürgermeister und Landräte sind zwar aktiv, die Landesregierung nicht." Kommunalpolitiker aus Sachsen und Brandenburg haben den durchgängigen vierspurigen Ausbau als wichtigen Infrastrukturfaktor für die gesamte Region angemahnt. Auch unter dem Gesichtspunkt, für die Wirtschaft kurze Verbindungen zu den Oberzentren Leipzig/Halle herzustellen. Dies sei für die weitere Entwicklung und auch für Neuansiedlungen überlebenswichtig. Die Wirtschaft kritisiere immer wieder die nicht zeitgemäßen Verkehrsanbindungen. "Besonders kritisch wird es ab Eilenburg in Richtung Torgau und weiter nach Cottbus. Mit der EU-Osterweiterung hat sich die Bedeutung des Schwerlastverkehrs grundsätzlich geändert. Denn die Fahrzeuge rollen nun überwiegend über die B 87. Auch, um Maut zu sparen", weiß Stoye.
Alle Argumente sollen nun nochmals vorgetragen werden. Klaus Paas, Referatsleiter des Ministers kommt dazu nach Nordsachsen. "Wir wollen den Minister mit Sachargumenten vom vierspurigen Ausbau überzeugen. Ich bin nach dem Gespräch mit Minister Ramsauer optimistisch, dass wir eine deutliche Verbesserung der momentanen Situation erreichen können", so Stoye.
Der Regionale Planungsverband Westsachsen (Stadt Leipzig und die Landkreise Leipzig und Nordsachsen) hat am Freitag zum Trassenkorridor der B 87 n einen Satzungsbeschluss gefasst, der einen vierspurigen Ausbau vorsieht.

Angelika Stoye: Ich bin nach dem Gespräch mit Minister Ramsauer optimistisch, dass wir eine deutliche Verbesserung der momentanen Situation erreichen können.