6. September 2011 Leipziger Volkszeitung

B 87 neu - Friedrich bedauert Ablehnung

Nordsachsen (r.). Michael Friedrich, der für die Partei Die Linke im nordsächsischen Kreistag sitzt, bedauert die ablehnende Entscheidung zum Bau einer leistungsfähigen Bundesstraße 87neu bis Torgau, die unlängst in der Runde mit Staatssekretär Mücke (FDP) getroffen wurde.
"Es mag ja sein, dass die zurückgehende Bevölkerungszahl in Nordsachsen und ein sinkendes Verkehrsaufkommen rein rechnerisch keine allzu hohe Effektivität dieser Investition für eine Schnellstraße erwarten lassen. Landesentwicklung aber ist viel mehr als bloße Betriebswirtschaft. Bei Infrastrukturmaßnahmen wie der B87n geht es doch darum, die Stärken unserer Region zu stärken und die klar erkannten Schwächen abzustellen", so der Linkspolitiker gegenüber der LVZ. Mit dem jetzt in Aussicht stehenden nur halbherzigen und dazu arg verzögerten Ausbau würden diese Ziele aber gerade nicht erreicht, argumentiert der Sausedlitzer. Er befürchtet sogar, dass der volkswirtschaftliche Effekt noch schlechter sein könnte als bei einem vierspurigen Ausbau.
Obwohl es keinen linearen Zusammenhang zwischen Straßenbau, wirtschaftlicher Prosperität, Attraktivität einer Region und Bevölkerungsentwicklung gibt, gehören diese Dinge für den Kreispolitiker zusammen. So sei zu befürchten, dass der östliche Bereich des Landkreises im Vergleich zum Leipziger Umland noch weiter "abschmiert" und gerade für jüngere Leute noch weniger attraktiv werde. In diesem Zusammenhang spricht Friedrich von einem Teufelskreis einer sich verstärkenden Negativspirale. "Die anspruchsvollen Ziele des Entwicklungskonzeptes für unseren Landkreis, welches zentral auf einer leistungsfähigen Verkehrsachse in Richtung Torgau aufbaut, rücken damit in weite Ferne", schlussfolgert er.