22. März 2011 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

B 87n-Gipfel in Berlin

Nordsachsen/Berlin (TZ). In den kommenden beiden Monaten stehen zwei Termine an, die womöglich richtungsweisend für die Zukunft der B 87n sind. Zunächst ist die Bundeshauptstadt am 8. April Austragungsort für einen B 87n-Gipfel. Für den 5. Mai hat Landrat Michael Czupalla ein Treffen mit regionalen und überregionalen Befürwortern des Straßenprojekts anberaumt. „Wir müssen die Kräfte bündeln und mit einer Stimme sprechen“, sagte der Kreischef.

Am 8. April trifft sich zunächst eine Besuchergruppe um den CDU-Bundestagsabgeordneten mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Mit von der Partie wird zudem Hans-Hartmut Grabmann sein. Ob Landrat Michael Czupalla dabei sein wird, ist derzeit noch nicht klar. Es gäbe noch einige Termine abzustimmen, sagte sein Sprecher Rayk Bergner. Egal, welche Landkreisvertreter an die Spree fahren, ihre  Mission ist klar: Werbung um Verständnis für die Wichtigkeit des Straßenbauvorhabens. Davon scheint Berlin offensichtlich nicht vollends überzeugt zu sein. Zuletzt hatte das Bundesverkehrsministerium angekündigt, den Abschnitt zwischen Torgau und Eilenburg nur drei- statt vierspurig ausbauen zu wollen. Während zahlreiche Landes- und Bundespolitiker der Region mit Bestürzung auf diesen Vorstoß reagiert hatten, gab es vom  Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Sachsen Beifall. Dessen Vorsitzender, Hans-Udo Weiland kommentierte: „Es gibt Momente, da wird anscheinend bei der Bundesregierung in Berlin der Verstand wieder eingeschaltet.“ Offensichtlich sei es gelungen, Bundesverkehrsminister Ramsauer davon zu überzeugen, dass der BUND in Sachsen Recht habe, wenn er im Kampf gegen die B 87n seit Jahren kritisiere, dass die Datenbasis für dieses Projekt völlig veraltet und damit der Nutzen der neuen Straße höchst fragwürdig sei.

Diesen Nutzen zu dokumentieren, muss nun eine der Hauptaufgaben für die regionalen und überregionalen Befürworter der Straße sein, die am 5. Mai eine gemeinsame Stimme finden wollen. Unterstützung gebe es beispielsweise aus dem Brandenburgischen, unter anderem vom Elbe-Elster-Landrat Christian Jaschinski und dem Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymansik, heißt es aus dem Landratsamt Nordsachsen. Im Nachbarbundesland wird derzeit intensiv über unterschiedliche Verkehrsprognosen für die künftige B 87n gestritten. Während eine Studie der IHK Cottbus von steigenden Werten ausgeht, rechnet das Verkehrsministerium mit Stagnation.