Eilenburg. Das Projekt Bundesstraße 87 neu (B87n) sorgt weiter für heftige Diskussionen: Nachdem das Bundesverkehrministerium die mögliche Trasse zwischen Eilenburg und Torgau nicht mehr vierspurig, sondern nur noch zwei- oder dreispurig bauen lassen will, interveniert der Landkreis Nordsachsen, der an den ursprünglichen Planungen festhalten will. Landrat Michael Czupalla (CDU) bemüht sich derzeit um einen Termin im Bundesverkehrsministerium bei Minister Peter Ramsauer (CSU). Der äußerte in einem Interview, dass er nicht ausschließlich ökonomische Dringlichkeit abarbeitet, sondern auch "politisch hineinhorcht, sonst könnte die ganze Planung ja auch von Computern gemacht werden." Das Thema spielte auch gestern Abend im Stadtrat Torgau eine Rolle. "Wir halten nach wie vor an den vier Spuren fest", sagte Stadtsprecher René Vetter.
Eilenburgs Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos) begrüßt dagegen die Berliner Änderungen: "Wenn die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist, vier Spuren hinter Eilenburg nicht gerechtfertigt sind und die Gefahr besteht, dass das Projekt vom Verwaltungsgericht gekippt wird, dann müssen wir mit drei Spuren leben." Und darum müsse nun gekämpft werden. Wacker sieht Mittel und Zeit schwinden und der Aufbau Ost sei längst Geschichte. Wacker: "Es ist wichtig, dass es jetzt schnell weitergeht."
Der Planfeststellungs-Beschlusss ist inzwischen von der Landesdirektion Leipzig bestätigt. Damit gibt es eine Grundlage für das Raumordnungsverfahren. Das gesamte Verfahren bis zu einem eventuellen Baubeginn dürfte sich danach bis mindestens 2015 hinziehen. Frank Pfütze