Taucha/Leipzig. Der Regionale Planungsverband Westsachsen bleibt seiner bisherigen Linie treu, für die geplante B87n zwischen Taucha und Eilenburg raumordnerisch nach der Lösung mit den wenigsten Gegenstimmen zu suchen. Die Bürgerinitiativen aus Taucha und Panitzsch fühlen sich auch durch die jüngsten Äußerungen des Bundesverkehrsministers gestärkt.
Einstimmig votierte gestern Nachmittag der Planungsausschuss des Verbandes, in dem Leipzig sowie Nordsachsen und der Landkreis Leipzig Stimmrecht haben, für ein Weiterverfolgen der bisherigen raumordnerischen Linie bei der Teilfortschreibung des Regionalplanes. Am 8. April entscheidet darüber endgültig die Verbandsversammlung. Wie berichtet, dient das vorgeschaltete Verfahren dazu, bei der Raumplanung überhaupt eine Trasse für die vierspurig geplante Straße finden zu können. Bis zum Beschluss ist daher auch das folgende Raumordnungsverfahren, das bei der Landesdirektion schon angelaufen war, ausgesetzt worden.
Die Raumplaner haben eine neue Trasse durch die Parthenaue zwischen Panitzsch und Taucha hindurch, wie sie bislang vom Autobahnamt bevorzugt wurde, weitgehend ausgeschlossen. Stattdessen könne eine Querung der sensiblen Parthenaue nördlich der bisherigen B87 erfolgen, hieß es.
Andreas Berkner von der Regionalen Planungsstelle trug den Verbandsräten auch den Inhalt der jüngsten Äußerungen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer vor (die LVZ berichtete). Mit dem darin erklärten nur noch dreistreifigen Ausbau samt Ortsumfahrungen zwischen Eilenburg und Torgau verabschiede der Bund den Anspruch auf eine schnelle Trasse nach Osten, meinte Berkner, Experte vom Fach mit Professoren-Titel. Die Vorsitzenden der drei Bürgerinitiativen aus Taucha und Umgebung, die sich für andere B87n-Lösungen einsetzen, fühlen sich durch die Äußerungen bestätigt. "Zu teuer, Bedarf für vier Spuren fraglich, Ortsumfahrungen als Kompromiss für eine schnellere Anbindung des Torgauer Raumes an Leipzig - was Raumsauer jetzt festlegt hat, haben wir alles in der Diskussion schon vorgetragen", sagte Mathias Leutert von der Panitzscher Initiative. Die Initiativen kritisierten auch, dass sie von Politikern wie Landrat Michael Czupalla als "Gegner" der Trasse dargestellt würden. Stattdessen hätten sie zu runden Tischen eingeladen und Vorschläge für Alternativen unterbreitet. "Aber Czupalla, die Landesdirektion und auch das Autobahnamt reden ja nicht mit uns", so Dirk Werner von der Tauchaer BI Alternative B87.
Berkner schon. Der diskutierte Mittwochabend in Hohenheida mit Vertretern aller BIs. Ergebnis: "Eine Lösung im Norden entlang der S4 scheint möglich", so Berkner.