Kreisgebiet. (dw/K.W./kr/nf). Die Unteroffizierschule (USH) des Herres in Benndorf bleibt, das Munitionsdepot in Mockrehna wird derweil geschlossen. Die Bundeswehr hat gestern ihre Reformpläne vorgestellt. In Nordsachsen gibt es unterschiedliche Reaktionen darauf.
In Mockrehna bedauert Bürgermeister Peter Klepel (parteilos) die Entscheidung, insbesondere, weil 41 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz in der Region verlieren. Er stellt sich aber auch die Frage, was nunmehr aus dem Gelände werden soll. Das treibt ebenso seinen Amtskollegen in der Nachbargemeinde Doberschütz, Roland Märtz (CDU), um. Letzterer kann sich vorstellen, dass die Aufgaben des Depots bei der Lagerung und Aufarbeitung von Munition auch privatwirtschaftlich an dieser Stelle weiter betrieben werden könnten. In den Dörfern seines Territoriums, überschlägt er kurz, wären wahrscheinlich 10 bis 15 Menschen vom Verlust des Arbeitsplatzes betroffenen. Mit dieser Größenordnung rechnet auch Dietmar Schneider, parteiloser Ortsvorsteher von Strelln. Das sei zwar schade, aber Schneider zeigt sich davon überzeugt, dass die soziale Absicherung seitens Bund "wesentlich besser" sein werde, als in der freien, mittelständischen Wirtschaft üblich. Der private Unternehmer, der ehrenamtlich als Ortsvorsteher wirkt, offenbart zudem Verständnis dafür, "dass der Staat sparen muss". Aber nach einem Blick auf die Liste der Standorte, die geschlossen werden sollen, kann er nur schwer nachvollziehen, "dass es vor allem wieder den Osten trifft".
In Delitzsch hingegen ist die Stimmung gut: "Es herrscht eine große Erleichterung. Wir können weitermachen", bringt es Hauptmann Rainer Krebs auf den Punkt. Für die Soldaten in der Feldwebel-Boldt-Kaserne kommt die Entscheidung des Verteidigungsministers so, wie sie erhofft, ja sogar erwartet wurde. "Wir haben endlich wieder Planungssicherheit", sagt Krebs. Der Bund hat in die Kaserne in den vergangenen zwei Jahrzehnten erheblich investiert, um die Bedingungen für die Ausbildung des Feldwebelnachwuchses optimal zu gestalten. Weitere Investitionen, zum Beispiel in eine Standortschießanlage, laufen. Gut 1000 Soldaten sind in der Kaserne untergebracht. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands. Für viele ist es zudem der erste Aufenthalt in den neuen Bundesländern. Für die Region ist die Kaserne ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor.
Er habe die Entscheidung nicht anders erwartet, sagt Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) in Bezug auf die Unteroffizierschule. "Hinsichtlich der baulichen Investitionen in den Standort und der Qualität der Ausbildung bin ich davon ausgegangen, dass die USH Bestand haben wird. Und ich bin froh, dass sie nicht nur erhalten bleibt, sondern sogar noch aufgewertet wird." Das sei wichtig für Delitzsch. "Wir werden die Wechselwirkungen zwischen der Stadt und der USH weiter ausbauen."
Auch Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) äußert sich froh darüber, dass die Unteroffizierschule durch die Bundeswehrreform keine Einschnitte erfahren muss. "Der Landkreis wird die gute Partnerschaft zwischen der Stadt Delitzsch und der Bundeswehr mit allen Mitteln weiter unterstützen", sagt Czupalla im Gespräch mit der Kreiszeitung. "Ebenso wichtig für die Region ist der Erhalt des Standortes Leipzig." Bedauerlich finde er hingegen das Aus für das Munitionslager in Mockrehna, das aus Czupallas Sicht allerdings weniger ins Gewicht falle. "Jede Schließung ist zu bedauern. In diesem Fall hat das aber nicht die Auswirkungen wie bei einem der anderen Standorte. Bei mir überwiegt deshalb die Zuversicht."