Dommitzsch (TZ). Es ist eine wahre Erfolgsgeschichte, die in der nördlichsten Stadt des Landkreises Nordsachsen geschrieben wurde und wird. Hervorgegangen aus dem einstigen Kombinat Öl und Margarine ist mit dem Teiglingswerk Dommitzsch ein hocheffizientes und modernes Unternehmen der Backwaren-Branche entstanden. In diesen Tagen begeht man dort die 20-jährige Zugehörigkeit zur Gruppe Vandemoortele, kann beeindruckende Erfolge aufweisen, die sich auch in Zahlen ausdrücken lassen. Wurde zunächst mit 58 Mitarbeitern gestartet, so sind es zur Zeit 186. Im kommenden Jahr soll die Zahl auf 193 steigen. Mit 22 000 Tonnen Jahresproduktion wird dann ein neuer Rekord angepeilt. Insgesamt knapp 41 Millionen Euro wurden bisher am Standort Dommitzsch investiert.
Als 1991 die Vandemoortele-Gruppe das Dommitzscher Werk übernahm, sollte dies zum Beginn einer beispielhaften Entwicklung werden. „Auf lange Sicht wäre die Fabrik nicht überlebensfähig gewesen“, ist sich Geschäftsführer Friedhelm Günther noch heute sicher. Er leitete damals schon die Geschicke des Werkes. Mit der Übernahme wurden zunächst wichtige Arbeitsplätze in der Region gesichert. Doch das war nur die eine Seite. „Vandemoortele begegnete den Menschen hier von Anfang an mit großem Respekt und hoher Sensibilität“, erinnert sich Friedhelm Günther. Vor allem wurde aber schnell gehandelt. Während anderenorts nach Übernahmen oft recht schnell Entlassungen und Stilllegungen folgten, geschah in Dommitzsch das Gegenteil. Bereits 1992 investierte der neue Eigentümer konsequent in den Bereich Tiefkühl-Backwaren. Ein Jahr später gingen die Laugen-Produktlinie und die erste Brot-Linie in Betrieb. Die Margarine-Produktion lief zunächst bis Ende 1993 parallel weiter. Danach wurde sie endgültig in das frühere Dresdener Margarinewerk verlagert.
„Niemand von uns hatte damals Erfahrungen mit der Produktion von Tiefkühl-Produkten. So stellten wir uns völlig unvoreingenommen den neuen Herausforderungen. Heute sind wir stolz darauf, dass die Methoden des Fertigbackens und Schockfrostens in Dommitzsch entwickelt und perfektioniert wurden“, berichtet der Geschäftsführer. Auch nach dem großen Erfolg der vorgebackenen Baguettes blieb der Innovationswille vor Ort ungebremst. So entstand die Idee, in den Produktionsprozess das Fertigbacken und das längsseitige Aufschneiden der Baguettes zu integrieren. Dies erspart dem Kunden Zeit und Energie, denn er muss die Ware nur noch auftauen, sie belegen und für den Verkauf präsentieren. Das klingt simpel – doch die Umsetzung des Vorhabens gestaltete sich zunächst schwierig. Eine spezielle Maschine, die allen notwendigen Voraussetzungen entsprach und die geforderten Qualitätsnormen garantierte, war einfach nicht zu bekommen. Nirgendwo gab es sie. Also wurde gezielt eine Maßanfertigung in Auftrag gegeben. Die Ideen und Erfahrungen der Mitarbeiter flossen ein. Und der Erfolg ließ nicht auf sich warten. Seit dem Jahr 2005 produziert das Teiglingswerk Dommitzsch mit vorgeschnittenen Baguettes ein außergewöhnlich gefragtes Erzeugnis. An tausenden Orten Deutschlands werden die Baguettes aus Dommitzsch täglich angeboten und wegen ihrer Gebrauchsfreundlichkeit geschätzt. Ein echter Innovationsvorsprung wurde mit der Technologie erreicht.
„Zu den wichtigsten Missionen in unserem Unternehmen gehört die Qualitätssicherung“, bekräftigt Friedhelm Günther. Nur sorgfältig ausgewählte Mehle werden in Dommitzsch verarbeitet. Diese stammen grundsätzlich aus den Mühlen in Dresden und Alsleben, wobei die Mühle in Dresden mit dem Qualitätssiegel „Ährenwort“ arbeitet. Dies bedeutet Auswahl und Kontrolle beim Anbau der Getreidesorten und der Düngung. Im Klartext – jedes Vandemoortele-Produkt stammt aus garantiert kontrolliertem Anbau. Überprüft werden die Rohstoffe permanent durch Inge Lingel, Qualitätsmanagerin in Dommitzsch. Der Qualitätsanspruch erstreckt sich auch auf den herausragenden Geschmack und die einwandfreie Optik aller Produkte. „Wir achten penibel darauf, dass Baguettes in Länge und Breite eine außerordentliche Gleichmäßigkeit aufweisen“, so der Geschäftsführer. Deshalb wird jedes einzelne Stück bei der Qualitätskontrolle noch mit einer Schiebelehre nachgemessen.
Qualität und Kosteneffizienz sind stets Schlüsselworte hinsichtlich der Attraktivität eines Standortes. Das haben die Mitarbeiter des Dommitzscher Teiglingswerkes verinnerlicht. Rund um die Uhr leisten sie hervorragende Arbeit, bilden ein Team, das an einem Strang zieht. Dies wird auch durch die Unternehmensleitung gewürdigt. Neben den stets regelmäßigen Lohnzahlungen gibt es seit bereits 17 Jahren übertarifliche Zulagen. Außerdem existiert seit dem Jahr 2002 für die Mitarbeiter eine spezielle betriebliche Altersvorsorge.