Grimma (hei). Wenn es um die Einrichtung einer zentralen Rettungsleitstelle in Leipzig und damit verbunden um die Auflösung der Einrichtung in Grimma geht, hält der dortige Oberbürgermeister Matthias Berger mit seiner Meinung nicht hinterm Berge. "Sinnlose Zentralisierung", lautete sein Kommentar, als die LVZ in der vergangenen Woche über den aktuellen Planungsstand berichtete. Demnach hat die Landesdirektion grünes Licht für den vorzeitigen Baubeginn in Leipzig gegeben, die Verwaltungsspitze des Landkreises Leipzig nach längerem Einsatz für eine eigenen Leitstelle inzwischen eingelenkt und die Zentralisierung mangels Alternative akzeptiert.
Berger sieht in diesem Verhalten vorauseilenden Gehorsam und äußert Sympathie für den Landkreis Nordsachsen, wo sich der Kreistag gegen die Aufgabe der eigenen Leitstelle in Delitzsch aussprach. "In anderen Regionen Deutschlands wird die Zentralisierung inzwischen rückgängig gemacht, hier ist man nicht bereit, aus den Fehlern anderer zu lernen", so Berger.
Für den Grimmaer Bürgermeister erinnert die Situation an die Kreisreform. "Was ist danach besser geworden?", fragt er. Die Verwaltung sei weder effizienter noch kostengünstiger. Allerdings konnte auch eine Klage des damaligen Muldentalkreises die Reform, die der Landtag per Gesetz auf den Weg brachte, nicht aufhalten. Und ein ähnliches Schicksal droht jetzt vermutlich auch dem Kreis Nordsachsen: Die Landesdirektion den zuständigen Landrat inzwischen aufgefordert, diesen Beschluss zu revidieren, da er gesetzeswidrig sei.