Nordsachsen. Die Bevölkerung des Landkreises Nordsachsen schrumpft bis zum Jahr 2025 teils erheblich. Lediglich in Schkeuditz und Taucha wird von einem nur geringen Rückgang ausgegangen. Das haben jetzt die Fachleute des Statistischen Landesamtes zu Papier gebracht.
Laut ihrer unlängst präsentierten Bevölkerungsprognose fällt die Einwohnerzahl in Nordsachsen von zuletzt gezählten 208700 auf 182000 im Jahr 2025. Und das ist nur die positive Variante. Ein parallel dazu errechnetes Negativszenario geht sogar von einem Rückgang auf 176500 Nordsachsen aus.
Besonders hart wird der Schrumpfungsprozess wohl die Stadt Oschatz treffen. Die Statistiker erwarten, dass die Döllnitzstadt in den kommenden 14 Jahren mindestens 18 Prozent ihrer Einwohner verlieren wird. Unter den zehn nordsächsischen Städten und Gemeinden mit derzeit noch über 5000 Einwohnern bedeutet das den letzten Platz. Die Stadt Torgau landet auf Rang fünf, voraussichtlich leben hier im Jahr 2025 mindestens 14,1 Prozent weniger Menschen als heute. In Bad Düben schrumpft die Bevölkerung um 13,8, in Delitzsch um 13,6 und in Eilenburg um 10,4 Prozent. Am besten stehen noch die Leipziger Nachbarstädte Schkeuditz und Taucha da. Sie führen das Landkreis-Ranking an. Denn ihre Bevölkerungszahlen schrumpfen lediglich um mindestens 1,9 beziehungsweise 2,7 Prozent. Gemeinden und Städte mit weniger als 5000 Einwohnern fanden gebündelt Eingang in die Berechnungen aus Kamenz. Dabei geht es um einen relativ großen Bevölkerungsanteil. Zuletzt lebten rund 73500 Menschen in den 26 Kommunen dieser Größe. Treten die jetzt prognostizierten Entwicklungen ein, sinkt die Einwohnerzahl bis 2025 wenigstens auf 62100, wenn nicht sogar auf 60500.
Besonders die Landkommunen versuchen mit Hilfe von EU-Mitteln den Negativ-Trend zu stoppen. So können beispielsweise junge Familien Fördermittel beantragen, um alte Gebäude auf Bauernhöfen zu Wohnhäusern zu modernisieren. In Kossa, Authausen, Mockrehna und vielen anderen Dörfern werden diese Angebote bereits rege genutzt. Ziel der Initiative: Sachsens Dörfer sollen lebenswert bleiben. Der Freistaat ist bemüht, so viel Infrastruktur wie möglich vorzuhalten. Einzig das Thema Grundschulen, die als Lebensader gelten, wird nach Ansicht von vielen Landbürgermeistern "stiefmütterlich" behandelt.
Sehr deutlich wird durch die Berechnungen des Statistischen Landesamtes auch, wie extrem sich die Altersstruktur der Bevölkerung verändert. Das Durchschnittsalter in den nächsten 14 Jahren steigt von 45,8 auf 50,9 Jahre im günstigsten Fall oder sogar auf 51,6 Jahre.