Nordsachsen (TZ). Die Biber unserer Region können sich freuen: Für sie wird im Landkreis Nordsachsen ein Management entwickelt – gefördert vom Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie. Die Realisierung ist nicht nur für Meister Bockert von Vorteil, sondern auch für die Biberbetreuer, deren ganzjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit damit die zustehende Anerkennung zukommt.
Auf der Herbstberatung der Biberbetreuer im Oktober erläuterten Kollegen des beauftragten Büros „Ökotop“ Ziel und Inhalt des Managements. Hauptziel ist die Verbesserung des Schutzes des Elbebibers und der richtige Umgang mit Konfliktsituationen. Das erfordert zum Beispiel die Erarbeitung einer Konzeption mit Lösungsvorschlägen, die sowohl den Biber als auch den Menschen betreffen, der durch dessen Tätigkeit Schäden zu beklagen hat.
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die Durchführung der Bestandeserfassung nach einheitlichen Kriterien in Sachsen. Da bei den Kontrollen durch die Betreuer auch die Lebensräume der Biber analysiert werden, lassen sich Schlussfolgerungen für das Gebiet ziehen. So ergeben sich zum Beispiel aus Angaben über die Ausstattung des Nahrungsangebotes die notwendigen Festlegungen für eine frühere oder spätere Bepflanzung mit Bäumen oder Sträuchern.
Mit Genugtuung wurde die Information aufgenommen, dass mit der Realisierung des Managements wieder Totfunde untersucht werden. Daraus lassen sich exakt die Todesursachen, Krankheiten und das Alter bestimmen. Wir bitten deshalb alle Bürger, bei einem Totfund den zuständigen Biberbetreuer oder die Behörde – Telefon 03423 70970 – zu benachrichtigen.
Die Ergebnisse der Bestandeserfassung in der Region Torgau sind durchaus Anlass, den Schutz des Bibers nicht zu vernachlässigen. Ein Vergleich mit dem Jahr 2000 sagt aus, dass gegenwärtig 34 Biber weniger im Altkreis Torgau leben. Bei der Kartierung 2010 wurden 120 Nager ermittelt. Auch die Anzahl der besetzten Reviere ist mit gegenwärtig 47 rückläufig, da erneut vier verwaist sind.
Die verringerte Anzahl Biber führt jedoch nicht automatisch zu einer Entschärfung der Konflikte. So musste schweren Herzens ein totaler Eingriff im Revier „Sitzenrodaer Bach – Straße Schildau – Klitzschen“ vorgenommen werden, da dort die Gefahr bestand, dass die Biber die Straße unterhöhlen. Ein Einbruch der Straßendecke hätte dann zu einem Verkehrsunfall führen können. Deshalb wurden dort die Biber vergrämt, indem die Staudämme sowie die Nahrungsgehölze beseitigt und die Wohnstätten mit Schotter verfüllt wurden.