Eilenburg/Doberschütz. 75 Männer und Frauen arbeiten derzeit beim Verband für Beschäftigungsförderung Nordsachsen, dem die Gemeinde Doberschütz und die Stadt Eilenburg angehören. 150 könnten es durchschnittlich pro Jahr sein. So sieht es jedenfalls der Haushalt vor, der jetzt von der Verbandsversammlung abgesegnet wurde. Ob alles umgesetzt werden kann, hängt aber von Entscheidungen ab, die anderswo getroffen werden. "Im Oktober sah alles noch weitgehend rosig aus bei der Förderung des zweiten Arbeitsmarktes", erklärte Geschäftsführerin Elke Hachmeister den Versammelten. Nach der Auslegung der Unterlagen sei die Nachricht gekommen, dass nun Mittel gekürzt werden sollen. Aber das alles ist bisher nicht bestätigt. Deshalb wurde nun im Wesentlichen so verfahren wie es in den vergangenen zwei Jahren war. "Alles andere ist auch Spekulation und wir sind mal Optimisten", so Hachmeister. Sie hoffe darauf, dass bis Mitte des Jahres klar wird, dass der erste Arbeitsmarkt doch nicht alle Arbeitssuchenden auffängt und deshalb weiter etwas für den zweiten getan werden muss.
Im gewerblichen Bereich arbeite zurzeit so gut wie niemand im Verband. Es gebe nur zwei Leute, die im Außenbereich Müll einsammelten. Die meisten seien zurzeit im pädagogisch-sportlichen Bereich, zum Beispiel in der Schwimmhalle oder dem Museum eingesetzt, wo auch im Winter gearbeitet werden kann.
Die Maßnahmen, die derzeit laufen, enden allerdings im März und April. Dann gibt es nur noch Beschäftigte über den Kommunal-Kombi, berichtete die Geschäftsführerin. Dafür gibt es aber derzeit keine neuen Stellen. Das neueste arbeitsmarktpolitische Instrument heißt Biwaq, lang: Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier. Der Verband hat 15 Stellen dafür beantragt.
Die so Beschäftigten hätten dann 30 Stunden pro Woche Arbeit. Sie könnten zum Beispiel im Rahmen der Städtebauförderung eingesetzt werden, um das Gelände auf dem Burgberg, auf Rad- und Wanderwegen oder Denkmälern aufzuwerten. Außerdem sollen sie mit Hilfe von Kooperationspartnern qualifiziert werden. "Wir hoffen nun, dass wir das auch genehmigt bekommen", deutet Elke Hachmeister an. Die Beschäftigten dürfen überall nur zur Mithilfe eingesetzt werden. So haben bei der Genehmigung nicht allein das Jobcenter, von dem ja der größte Teil der Finanzen kommt, sondern auch Handwerkskammer, Garten- und Landschaftsverband und Industrie- und Handelskammer zu entscheiden. Die Beschäftigten des Verbandes dürfen also auf keinen Fall Grünpflege oder handwerkliche Bauleistungen ausführen. Der Hintergrund: Die Maßnahmen sollen keine Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt gefährden. Auf alle Fälle werde aber die Bewirtschaftung von Tafelgärten in mehreren Eilenburger Anlagen weitergeführt, ist sich die Geschäftsführerin sicher.
Insgesamt umfasst der Haushalt ein 1,2-Millionen-Budget. Die Kommunen zahlen Anteile proportional der Einwohnerzahlen: Eilenburg rund 62000 Euro und Doberschütz 18000 Euro.
Von den im Haushalt vorgesehenen Maßnahmen hofft Hachmeister wenigstens 80 Prozent umsetzen zu können. Im Ilburg-Stadion, im Bootshaus, bei Lok Eilenburg, im Tierheim oder für die Vorbereitung der 1050-Jahr-Feier und in der Wohnumfeldverbesserung seien Stellen geplant.