Berlin/Leipzig. Sachsen kommt bei der Reform der Bundeswehr vergleichsweise glimpflich davon. Nach den gestern vorgelegten Plänen von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) steht nur das Munitionslager in Mockrehna (Landkreis Nordsachsen) auf der Streichliste. Zudem sollen 900 Dienstposten wegfallen.
Insgesamt sollen aufgrund des Überganges zu einer Freiwilligen- und Berufsarmee sowie der strategischen Neuausrichtung statt 4600 nur noch 3500 Soldaten und zivile Mitarbeiter in Sachsen tätig sein. Das entspricht einem Minus von 20 Prozent. Dennoch reagierten sächsische Politiker mit Erleichterung. "Bei der Entscheidung ist Sachsen mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Es sei eine gute Nachricht für den Freistaat, dass alle wichtigen Bundeswehrstandorte erhalten blieben.
Im Zuge der Bundeswehrreform wird die 13. Panzergrenadierdivision, die von Leipzig aus geführt wird und in Ostdeutschland derzeit 12500 Soldaten umfasst, aufgelöst. Allerdings soll als Ausgleich ein Ausbildungskommando für das gesamte Heer in Leipzig eingerichtet werden. Entscheidend dafür ist auch die Nähe zur Unteroffiziersschule in Delitzsch, die um 40 auf 350 Dienstposten aufgestockt wird, und zur Heeresoffiziersschule in Dresden, die dem Kommando unterstehen werden. Am Standort Leipzig fallen dann etwa 300 Dienstposten weg, 430 bleiben. Nicht mitgerechnet sind die derzeit etwa 300 Bundeswehrangehörigen, die in der General-Olbricht-Kaserne eine zivile Weiterbildung absolvieren. Geschlossen wird in Leipzig auch das Kreiswehrersatzamt.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bezeichnete das Konzept als "gut abgewogen und wohlbedacht". Die CDU-Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla sprach dagegen von einem "erheblichen Bedeutungsverlust für den Standort Leipzig". Manfred Kolbe, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Nordsachsen, nannte die Reform nötig - "jedes Bundesland hat hierzu seinen Beitrag in Form des Abzuges von Dienstposten leisten müssen". Für die 41 zivilen Beschäftigten im Munitionslager Mockrehna müssten nun sozialverträgliche Lösungen gefunden werden, so Kolbe.