8. November 2011 Kathrin Kabelitz (Leipziger Volkszeitung)

Cultus plus bleibt Träger der freien Jugendhilfe

Unterstützung für Freie Grundschule Eilenburg wird für ein Jahr gewährt / Verein muss Auflagen erfüllen


Eilenburg. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Nordsachsen hat dieser Tage die befristete Anerkennung des Vereins Cultus plus Freie Schule Eilenburg als Träger der freien Jugendhilfe beschlossen. Allerdings müssen die Auflagen des Landesjugendamtes und der Stadt Eilenburg fristgerecht erfüllt werden.
Die Anerkennung erfolgt rückwirkend ab dem 19. August und ist auf ein Jahr befristet. Die Auflagen beziehen sich auf bauliche Maßnahmen sowie Abrechnungsmodalitäten, für die es bestimmte Prozedere einzuhalten gilt."Wir befinden uns aber mit der Stadt im ständigen Kontakt", so Uwe Giersdorff vom Cultus-plus-Vorstand.
Am 7. April 2008 wurde der Verein gegründet. Das Ziel: die Errichtung einer Ganztagsschule. Dem Antrag als Träger der freien Jugendhilfe gab der Jugendhilfeausschuss damals statt, zwei Jahre wurden zunächst gewährt. Mittlerweile lernen rund 50 Mädchen und Jungen aus Eilenburg und Umgebung in den vom Verein angemieteten Räumen der ehemaligen Tschanter-Mittelschule auf dem Berg. Seit August gibt es eine neue 1. Klasse. Damit sind seit Bestehen der Schule erstmals alle Klassenstufen bis zur 4. Klasse vorhanden. Kinder mit unterschiedlichen Lernpotenzialen erhalten hier die Möglichkeit, miteinander zu lernen, Sozialkompetenzen zu erwerben, fachliche Fähigkeiten aufzubauen sowie selbstständig und eigenverantwortlich zu handeln. Unterrichtet wird nach den Inhalten des sächsischen Lehrplans. Den 45-Minuten-Rhythmus wie an staatlichen Schulen gibt es nicht. Der Unterricht wird auf den Tag verteilt. Aktivpausen und Entspannungsphasen sind dem Lernrhythmus der Kinder angepasst.
Dem Gesamtkonzept entsprechend gibt es eine Hortbetreuung für die Schüler. Im Schuljahr 2010/2011 nutzten 39 Kinder dieses Angebot. Zukünftig ist eine weitere Erhöhung auf voraussichtlich bis zu 60 Mädchen und Jungen vorgesehen. Der Hort ist mittlerweile in die Kindertagesstätten-Bedarfsplanung des Landkreises aufgenommen. "Mit diesem Angebot wird einer Trägervielfalt Rechnung getragen und dem Wunsch- und Wahlrecht vieler Eltern entsprochen", heißt es in der Begründung des Ausschusses.
Eine Anmeldung ist jederzeit möglich. Die Vorbereitungen für das neue Schuljahr sind bereits angelaufen, die ersten neun Interessenten gibt es bereits. Der Verein ist damit auf einem guten Weg, auch die nächste Hürde zu nehmen: den Sprung von der staatlich anerkannten zur staatlich genehmigten Grundschule. Eine Entscheidung dazu wird für das kommende Schuljahr erwartet.