11. Mai 2011 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

"Das könnte der große Wurf werden"

Nordsachsen (TZ/seb). Der Wirtschaftsstandort Leipzig mit der gleichnamigen Stadt und dem Kreis sowie dem Kreis Nordsachsen wird künftig von Delitzsch aus vermarktet. Dort sitzt die Wirtschaftsförderung Nordsachsen, und die hat nun 339 600 Euro Fördermittel erhalten, um das „Standortmarketing für die Region Leipzig“ weltweit voranzutreiben.

„Im globalen Wettbewerb um Wirtschaftsansiedlungen wird man als einzelner Landkreis nicht wahrgenommen“, weiß die Chefin der Nordsächsischen Wirtschaftsförderung, Uta Schladitz. Die einzige Chance sei es daher, sich als Region zu präsentieren. „In unserem Fall ist das die Region Leipzig.“ Der Gedanke ist nicht neu. Schon seit Längerem arbeite der Kreis Nordsachsen daran, diesen Gedanken mit Leben zu erfüllen. Der Appell, in größeren Dimensionen zu denken, gehört beinahe schon standardgemäß zu jeder wirtschaftlich angehauchten Ansprache des Landrats. Das nun kurz vor dem Start stehende gemeinsame Standortmarketing stellt einen ordentlichen Schritt dar. „Wenn alle gut mitziehen, kann es der große Wurf werden“, ist Uta Schladitz optimistisch.

Dass gerade sie und ihre Mitstreiter der nordsächsischen Wirtschaftsförderung den Hut aufhaben, liegt daran, dass der hiesige Kreis das entsprechende Regionalbudget beantragt hat. „Wir können uns glücklich schätzen, die Mittel vom Freistaat noch bekommen zu haben“, sagt Uta Schladitz. Inzwischen gebe es keine Möglichkeit mehr, Regionalbudgets zu beantragen. 80 Prozent beträgt die Förderquote – gemeinsam mit dem Eigenanteil stehen bis Ende 2013 rund 425 000 Euro zur Verfügung, um auch hiesige Landstriche in ein für Investoren attraktives Licht zu rücken.

Voraussichtlich im Juni wird dazu eine Arbeitsgruppe gegründet, in der neben den Vertretern der beiden Kreise sowie der kreisfreien Stadt Leipzig auch die Kammern, die Landesdirektion, das Regionalmanagement Nordwestsachsen sowie die sächsische Wirtschaftsförderung vertreten sind. Aus diesem Gremium heraus werde der Rahmen, der mit dem Antrag bereits gesteckt worden ist, mit Leben erfüllt, kündigt die Chefin der Wirtschaftsförderung an.

Noch in diesem Jahr soll zunächst eine gemeinsame Dachmarke erarbeitet werden, mit der sich die Region Leipzig künftig nach außen hin der ansiedlungsinteressierten Wirtschaft präsentieren wird. Der Fokus liegt dabei auf Branchen wie Automobile, Logistik, erneuerbare Energien, Medien, Kreativwirtschaft und Biotechnologie. Tourismus spielt keine Rolle. Es gehe knallhart um wirtschaftliche Ansiedlungen, unterstreicht Uta Schladitz. Um das zu vermitteln, werden beispielsweise verschiedene Printprodukte wie Broschüren, Aufsteller hergestellt und auch ein Imagefilm ist geplant. Immer werde dabei auf bereits Vorhandenem aufgesetzt, erläutert Uta Schladitz. So habe die Stadt Leipzig beispielsweise einen hochwertigen Imagefilm. Der werde nun auf das erweiterte Marketing-Gebiet angepasst. Außerdem wird die Wirtschaftsregion künftig international auf wichtigen Messen auftreten. Geplant sind zudem Journalistenreisen. „Als Landkreis alleine könnten wir uns derartige Maßnahmen gar nicht leisten“, weiß Uta Schladitz. „Das ist die einzige Chance, die wir haben.“