Lampersdorf. Jetzt ist Schluss: Das Inventar wird verteilt, das Gebäude geräumt und nächste Woche werden die Türen zugeschlossen. Der Betrieb des Schullandheimes Lampersdorf wird nun eingestellt. Der Förderverein hat sich bereits aufgelöst. Eine private Initiative um den Collmer Georg Knittel zum Erhalt des Hauses musste kapitulieren.
Der Landkreis Nordsachsen als Träger der Einrichtung begründet die Schließung mit großem Sanierungsstau und hohen Betriebskostenzuschüssen: Bis zu 140 000 Euro jährlich werden dafür fällig (wir berichteten). Nach 25 Jahren ist deshalb nun Schluss mit Klassenfahrten, Vereinstreffen oder Familienfeiern.
Der Förderverein für das Schullandheim Lampersdorf hat sich deshalb jetzt aufgelöst. "Unser Vereinszweck ist schließlich weg", sagt der bisherige Vorsitzende Frank Reichel, der nun zum Liquidator bestellt ist. Ohne den Verein würde es das Haus schon längst nicht mehr geben, ist Reichel überzeugt. "Wir haben die Einrichtung noch ein paar Jahre gerettet." Reichel selbst war mit der Lampersdorfer Feuerwehr oft vor Ort und hat mit Kindergruppen gearbeitet. "Dass das nun vorbei ist, tut weh", gesteht er.
Der bisherige Leiter des Schullandheimes Dieter Pohl bleibt beim Landkreis beschäftigt, und zwar im Hort der Oschatzer Förderschule. Er hat das Haus vor über 25 Jahren mit aufgebaut und seitdem ununterbrochen dort gearbeitet. Einen Kommentar will er selbst aber nicht abgegeben. "Um mich geht es auch nicht." Immerhin, so viel steht fest, Pohl wird sich künftig im Förderverein der Lampersdorfer Feuerwehr engagieren und dort zum Beispiel bei Kinderfesten wieder an der Gulaschkanone stehen. "Wir werden versuchen, die Kinderarbeit im Feuerwehrverein ein bisschen weiterzuführen", kündigt Frank Reichel an.
Die Gemeinde Wermsdorf als Eigentümer des Gebäudes muss das Haus nach der Schließung weiter unterhalten. Schließlich sei man verantwortlich für beide Mietparteien, so Bürgermeister Matthias Müller (CDU). Am liebsten sei ihm dennoch eine weiter gemeinnützige Nutzung. "Wir sind da für alle Ideen offen und würden Interessenten - ohne dem Gemeinderat jetzt vorzugreifen - das Haus für einen symbolischen Preis überlassen", betont Müller. Geld wolle die Kommune nicht damit verdienen.
Unterdessen sind auch letzte Bemühungen, das Schullandheim Lampersdorf zu erhalten, aufgegeben worden. Der Collmer Georg Knittel hatte einige Gleichgesinnte um sich versammelt, denen das Haus ebenfalls am Herzen lag. Fortführen werde man das aber nicht können, sagt er auf OAZ-Anfrage. "Wir mussten die Idee fallenlassen." Bedenken wegen der Finanzierung und des Gebäudezustandes konnten nicht ausgeräumt werden. "Alle, bei denen wir Rat gesucht haben, mussten uns davon abraten, das Haus zu übernehmen", so Knittel. Letztlich habe es zwar viele Menschen gegeben, die nach einem Fortbestand des Schullandheimes gefragt hätten, doch kaum jemand, der konkret etwas dafür tun wollte.