Nordsachsen (TZ). Ein dicker Brocken in vielerlei Hinsicht ist der Eigenbetrieb Bildungsstätten Delitzsch des Landkreises Nordsachsen. 139 Mitarbeiter waren hier im Berichtszeitraum 2009 beschäftigt. Betriebsleiter ist Dr. Artur Beuchling. Der Betrieb ist breit aufgestellt. Er betreibt die Kreisvolkshochschule (KVHS) Delitzsch mitsamt der Sternwarte Nordsachsen, die Kreismusikschule Delitzsch, das Schullandheim in Reibitz, die Kultur- und Sportverwaltung, kümmert sich um die Belange von Schulen und schulischen Einrichtungen in Kreis-Trägerschaft sowie um die Verwaltung der kreiseigenen Liegenschaften im Hochbaubereich.
Im Jahr 2009 bezuschusste der Kreis den Betrieb mit insgesamt rund 1,985 Millionen Euro. Davon gingen 857 606 Euro allein in die Finanzierung von Altersteilzeit. 2009 erwirtschaftete der Betrieb einen Überschuss von rund 21 000 Euro. Der Kreistag hat beschlossen, diese Summe für die Rechnung 2010 vorzutragen. Insgesamt, so sehen es die Autoren des Beteiligungsberichts, steht der Betrieb auf sicheren Füßen. Gleiches gilt für den wesentlich kleineren und auch weniger komplex aufgestellten Eigenbetrieb Bildungsstätten Torgau-Oschatz. Der fasst KVHS Torgau-Oschatz und die Kreismusikschule Heinrich Schütz zusammen. Die Zuschüsse durch den Kreis beliefen sich 2009 auf rund 673 000 Euro. Leiterin Dorothee von Gynz-Rekowski war im Berichtsjahr Chefin von 17 Mitarbeitern – allein zwölf davon sind als Lehrkräfte an der Musikschule beschäftigt. 2009 konnte ihr Betrieb einen Gewinn von rund 81 000 Euro ausweisen, der per Kreistagsbeschluss direkt in den nordsächsischen Haushalt floss. Für den Betrieb gilt das Gleiche wie für den Delitzscher: Solange der Kreis seine Zuschüsse aufrechterhält, bleiben sie in ruhigem Fahrwasser.
Beim Eigenbetrieb Rettungsdienst gibt es dagegen ein Fragezeichen. In erster Linie betreibt er die Rettungsleitstelle Nordsachsen in Delitzsch. Dabei organisieren die 23 Mitarbeiter die Grundstrukturen für einen funktionierenden Rettungsdienst, wählen die Organisationen oder Unternehmen aus, die den Krankentransport übernehmen und stehen auch für Aufgaben der Gefahrenabwehr zur Verfügung. Im Jahr 2009 gab es Kreiszuschüsse von rund 498 000 Euro. Am Ende des Berichtsjahres erwirtschaftete der Eigenbetrieb einen Überschuss von 53 000 Euro. Abhängig ist seine Zukunft von den Entwicklungen im Streit um die Großleitstelle Leipzig. Nach Plänen des Innenministeriums soll die Leitstelle in Delitzsch geschlossen und nach Leipzig verlagert werden. Der Eigenbetrieb wäre damit seiner Kernaufgabe beraubt. Für die Kreisverwaltung spielen derlei Gedankenspiele allerdings keine Rolle. Man habe eine funktionierende Rettungsleitstelle und derzeit keinen Anlass, über Alternativen nachzudenken, heißt es.