Nordsachsen (TZ). In der vergangenen Woche konnte Landrat Michael Czupalla einen besonderen Gast auf Schloss Hartenfels begrüßen: Eric Malitzke, Geschäftsführer der DHL Hub Leipzig GmbH und ehemals Geschäftsführer der Flughafen Leipzig/Halle GmbH. TZ unterhielt sich mit Michael Czupalla über die Hintergründe des Besuches.
TZ: Wie kam es zur Einladung an den DHL-Geschäftsführer?
M. Czupalla: Herr Malitzke und ich kennen uns schon lange, noch aus der Zeit, als er Flughafenchef war. Wir arbeiten intensiv zusammen. Mir geht es darum, das Wirtschaftszentrum Raum Mittelsachsen auch bis in unsere Region zu verlagern. Der Landkreis hat eine bestimmte Größe und ich lege Wert darauf, dass das insgesamt betrachtet wird. Wir müssen die Möglichkeiten, die die Logistik-Branche bietet, auch hier nutzen. Dafür braucht man aber auch die nötige Infrastruktur.
Sie spielen auf die mangelhafte Straßenanbindung in den Raum Leipzig an?
Ja, wir brauchen die vierspurige B 87n. Herr Malitzke hat mir da einen herrlichen Auftakt beschert, nämlich, indem er eine dreiviertel Stunde zu spät zu unserem Termin in Torgau erschien. Er brauchte für die 55 Kilometer von Leipzig viel länger, als er gedacht hatte. Aber es sei auf der B 87 einfach kein schnelleres Vorankommen gewesen, weil ständig große Brummis und Landwirtschaftsfahrzeuge vor ihm auftauchten, die nicht überholt werden konnten. Herr Malitzke will sich ebenfalls für einen schnellen Bau der B 87 n stark machen. Das beste Logistikzentrum nützt nichts, wenn die Ware aus unserer Region nicht schnell genug dorthin gelangen kann.
Inwiefern könnte das Torgauer Territorium von den Investitionen bei DHL profitieren?
Da gibt es viele Ansatzpunkte. Herr Malitzke hat zahlreiche Partner, die hinter ihm stehen, die sich nicht nur für den Großraum Halle-Leipzig interessieren, sondern auch in Richtung Brandenburg und Dresden blicken. Wir müssen versuchen, Partner aus der Luftfrachtbranche für unsere Region zu gewinnen. Die Investoren haben konkrete Vorstellungen. Ein Partner war bereits vorige Woche mit, wollte aber im Hintergrund bleiben. Ich denke, wir müssen an dem Thema dranbleiben. Unsere Wirtschaftsförderung im Landratsamt ist einbezogen.
Welche Wege gibt es, ans Ziel zu gelangen?
Ich hatte jetzt beispielsweise auch einen Termin beim Oberbürgermeister in Leipzig, wo es um die Gründung einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit der Stadt Leipzig und dem Landkreis Leipzig ging, wo wir uns einbringen möchten.
Die Initiativen brachten in der Vergangenheit schon Erfolg, wie man sehen kann!
Richtig, die Arbeitslosen-Quote ist von ursprünglich 17,8 Prozent auf nunmehr etwa 10 Prozent gesunken. Die Investitionen nicht zuletzt im Raum Halle-Leipzig tragen Früchte. Man darf die Pflege der vorhandenen Unternehmen hier in der Torgauer Region und das Handwerk natürlich nicht außer Acht lassen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Qualifizierung der Arbeitskräfte.