Kreisgebiet. Wenn alles gut geht, kann der Kreis Nordsachsen einen auf dicke Banane machen. Mutzschen, Strehla, Schrebitz könnten die Dickmacher sein. Im schlechtesten Fall kann aus Nordsachsen aber auch ein dünnes Früchtchen werden.
Im Kreis Nordsachsen leben laut Statistischem Landesamt Sachsen inzwischen 206 564 Menschen (Stand Oktober). Die Banane - wie der Landkreis wegen seiner Form genannt wird - könnte durch Gemeindefusionen kräftig anschwellen.
Im Südraum des Landkreises flirten derzeit die Städte Strehla (3944 Einwohner) aus dem Landkreis Meißen nebenan und Mutzschen (2260 Einwohner) aus dem Nachbarkreis Leipzig mit ihren nordsächsischen Nachbarn Liebschützberg und Wermsdorf. Auch der Ort Schrebitz (440 Einwohner), Landkreis Mittelsachsen, liebäugelt mit einem Anschluss an die benachbarte Stadt Mügeln (wir berichteten). Würden all diese Kandidaten nach Nordsachsen wechseln, könnte sich der Landkreis über einen satten Flächengewinn und ein dickes Einwohnerplus freuen (obere Grafik). Die Einwohneranzahl würde auf 213208 steigen. Genauso gut könnte aber - theoretisch - auch das Gegenteil eintreten und Nordsachsen zum dünnen Früchtchen werden: Die Gemeinde Liebschützberg mit ihren 3256 Einwohnern lässt sich von der Stadt Strehla einverleiben und
stärkt den Kreis Meißen. Wermsdorf wechselt mit allen 5564 Einwohnern nach Mutzschen in den Nachbarkreis Leipzig. Nordsachsen würde mit einem Schlag die 200000er-Grenze nach unten durchbrechen und bei einer Einwohnerzahl von 197 744 landen. Eine Entwicklung, die sich in der Kreisbehörde niemand wünscht. Offiziell werden zum Beispiel die Bemühungen zwischen Wermsdorf und Mutzschen begrüßt - jedoch nur eine Richtung: rein in den Landkreis Nordsachsen.