Kreisgebiet. Günstige Förderbedingungen in Sachsen machen es offenbar möglich: Nicht nur in der Gemeinde Laußig, auch in Doberschütz steht eine neue Geflügelproduktionsanlage auf der Agenda. Erst jüngst beschloss der Gemeinderat eine Änderung des Bebauungsplanes im Gewerbegebiet der Ortsteile Paschwitz-Sprotta, um für einen Investor aus Brandenburg die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit dieser ein Genehmigungsverfahren für sein Projekt auf der Grundlage des Bundesimmissionsschutzgesetzes in die Wege leiten kann. Abfallstoffe der Masteinrichtung sollen zudem in einer Biogasanlage verarbeitet werden, auch an eine Düngerproduktion ist gedacht. "Vom Bereich Wirtschaftsförderung des Landkreises wurde uns ein Geflügelproduzent vermittelt, der auf unserem Gewerbegebiet eine Anlage mit 300000 Plätzen für Schlachtgeflügel errichten möchte", präzisierte Bürgermeister Roland Märtz (CDU). Die 33 Tonnen Mist, die in dieser Anlage jährlich anfallen würden, sollen in einer Biogasanlage verstromt werden, was den Vorteil einer Einsparung von 70 Prozent Mais für die Energiegewinnung habe - so lauten die ersten wirtschaftlichen Parameter, die dem Gemeinderat vorgestellt wurden. Der Investor, hieß es, werde seine Pläne in der Ratssitzung am 23. Juni erläutern.
Nur wenige Kilometer entfernt gibt es in der Doberschützer Nachbargemeinde Laußig zurzeit Differenzen wegen einer dort ebenfalls geplanten Geflügel-Aufzuchtanlage. Wie berichtet, wägen Gemeindekirchenrat und Kirchenkreis Torgau-Delitzsch zurzeit ab, ob sie mehrere Hektar Land im Ortsteil Pristäblich an die Alfra Mockrehna verpachten sollen, die auf dem Gelände eine Hennen-Aufzuchtanlage errichten will. Mit der 2,5-Millionen-Euro-Investition sollen 71 000 Plätze für Hennen und Hähne entstehen und ein Schandfleck verschwinden. Örtliche Umweltorganisationen, darunter der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Sachsen, Hans-Udo Weiland, sind gegen die Investoren-Pläne. "Deutschland hat die höchsten Normen in Bezug auf Genehmigungen. Der Tierschutz steht oben an, es gibt Kontrollen und wir quälen auch keine Tiere", setzte sich Ruud Hannen, Produktionsleiter Elterntierhaltung bei der Alfra Bruteier Produktions- und Handels GmbH in Mockrehna, jüngst gegen den Widerstand zur Wehr. Auch im Doberschützer Gemeinderat wurden wegen der Mastanlage, die auf dem Gewerbegebiet Sprotta-Paschwitz entstehen soll, Bedenken laut.