Oschatz/Mügeln. Der Kampf für den Erhalt der existenzbedrohten Döllnitzbahn hat sich gelohnt. Laut Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) ist der Betrieb der Schmalspurbahn zwischen Oschatz und Mügeln vorerst bis Ende 2012 gesichert.
Im Februar stand die Döllnitzbahn vor dem Aus. Der zuständige Zweckverband Döllnitzbahn (ZVNL) hatte den Geldhahn für den Betrieb der Döllnitzbahn zugedreht und damit Mittelkürzungen des Freistaates weiter gereicht. In der Region Oschatz rief dieser Beschluss eine Protestwelle mit 26 000 Unterschriften für den Erhalt der Schmalspurbahn hervor, die wochentäglich im Schülerverkehr fährt und an den Wochenenden historische Dampfzugfahrten anbietet.
Der öffentliche Druck der Bahnbefürworter führte schließlich dazu, dass jetzt eine Finanzierungsmöglichkeit für den Bahnbetrieb gefunden wurde. Wirtschaftsministerium, Kreis Nordsachsen, die Mitgliedskommunen des Zweckverbandes Döllnitzbahn, der ZVNL sowie die Döllnitzbahngesellschaft selbst wollen in diesem und im nächsten Jahr gemeinsam die Betriebskosten aufbringen. Für den Rest von 2011 wird mit Kosten von 240 000 Euro und für 2012 mit 500 000 Euro gerechnet. Laut Wirtschaftsminister Morlok soll die Döllnitzbahn danach ab 2013 in ein neues Konzept zur Finanzierung der Schmalspurbahnen im Freistaat eingebunden werden.
Die Nachricht von der Rettung der Schmalspurbahn kommt gerade rechtzeitig vor der Kleinen Gartenschau in Oschatz, die am kommenden Donnerstag beginnt und vier Tage dauert. Vom 23. bis 26. Juni wird die Döllnitzbahngesellschaft nämlich im Rahmen der Gartenschau Fahrten mit der Dampflok, mit einem Triebwagen der Zittauer Schmalspurbahn und einer Diesellok anbieten.