11. Mai 2011 Frank Hörügel (Oschatzer Allgemeine Zeitung)

Drei Fragen an Cornelia Falken, Sprecherin für Schulpolitik der Linksfraktion im Landtag

Sie sprechen zur bildungspolitischen Veranstaltung "Waas? Für Schule bezahlen? - Lernmittelfreiheit auf sächsisch" am Freitag in Oschatz. Im Veranstaltungstitel schwingt mit, dass Sie mit der im Freistaat praktizierten Lernmittelfreiheit nicht einverstanden sind. Aus welchem Grund?
Als Linkspartei sind wir für Lernmittelfreiheit. Das heißt: Alle Lernmittel müssen für die Schüler kostenfrei sein.Dazu gehören auch Klassenfahrten und die Schülerbeförderung. Tatsächlich gibt es aber in Sachsen derzeit nur die Bücherfreiheit. Der Bücherkauf wird von den Schulträgern finanziert. Alle anderen Lernmittel müssen von den Eltern bezahlt werden. Eine Befragung von Eltern durch den Landeselternrat im Schuljahr 2007/08 hat ergeben, dass pro Schüler zu Beginn jedes Schuljahres 150 Euro für Arbeitshefte, Kopien oder Hilfsmittel wie Taschenrechner aufgewendet werden müssen.
Wie sieht Ihr Verbesserungsvorschlag aus?
Es muss eine schrittweise Einführung der Lernmittelfreiheit geben. Auf einen Schlag ist das nicht möglich. In unserem alternativen Doppelhaushalt 2011/12 haben wir dafür pro Jahr 21,5 Millionen Euro eingeplant. Das sind 75 Euro pro Schüler.
Wie soll das bezahlt werden?
Im aktuellen Landeshaushalt gibt es zum Beispiel einen Posten für eine Generationenvereinbarung an allen Schularten. Das ist eine Rücklage für Beamten-Pensionen, die aus meiner Sicht viel zu hoch angesetzt ist.
Interview: Frank Hörügel