13. November 2010 Heinz Großnick (Oschatzer Allgemeine Zeitung)

Edeka lädt Aktionsbündnis zum Gespräch ein

Betriebsratschef Stefan Bräuer hofft auf Besserung

Hof/Borna. Die Zukunft der 550 Mitarbeiter der beiden Edeka-Zentrallager in Hof und Borna ist noch immer ungewiss. Doch ein neuer Gesprächstermin mit der Edeka-Geschäftsführung Nordbayern-Sachsen-Thüringen lässt Ursula Fritzsche, Vorsitzende der Nordsächsischen SPD, hoffen. Sie ist zugleich Mitglied des Aktionsbündnisses, das am 2. Juli aus Betriebsräten, Gewerkschaftern und Politikern gegründet wurde. Zwei Termine sagte die Edeka-Geschäftsführung kurzfristig ab (wir berichteten).
Jetzt erhielt Fritzsche erneut eine Einladung zur Zusammenkunft am 2. Dezember im Lager Borna. Nachdem sich das Personalkarussell bei Edeka erneut drehte und der bisherige Sprecher der Geschäftsführung Stefan Rohrer seinen Hut nahm, hat Fritzsche positive Erwartungen. Denn Rohrer habe eine harte Linie gefahren und habe zum Beispiel veranlasst, dass allen Mitarbeitern gekündigt werden sollte und sie dann zu niedrigeren Tarifen in Berbersdorf eingestellt werden würden. "Ich hoffe, dass sich nun eine andere Unternehmenskultur anbahnt", sagte Fritzsche gestern und fügte hinzu: "Wir brauchen einen Mindestlohn, der nicht unter 8,50 Euro liegen sollte, damit die Beschäftigten von ihrem Lohn auch leben können." Der Versuch von Edeka, aus dem Tarif auszusteigen, würde für die Mitarbeiter zwischen 200 und 400 Euro Lohneinbußen bedeuten. Dem Aktionsbündnis gehe es zudem darum, in Hof und Borna keine Investruinen zurückzulassen. "Es muss rechtzeitig die Nachnutzung angeschoben werden, so dass dann vor Ort neue Arbeitsplätze entstehen können", regt die SPD-Kreischefin an. Außerdem fordert sie, dass der Freistaat seine Förderpraxis überdenkt. Mehrfachbewilligungen wie sie bisher vielfach praktiziert wurde, hält sie für bedenklich.
Stefan Bräuer, Betriebsratsvorsitzender des Edeka-Zentrallagers in Hof, setzt seine Hoffnung auf die Nachfolge von Rohrer. "Wir sind jetzt sehr gespannt, wie die Position in der Geschäftsführung neu besetzt wird, denn das wird richtungsweisend für die Firma und die Mitarbeiter werden. Wir hoffen natürlich auf eine bessere Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit als in den letzten Monaten."