Als nunmehr einzige Fraktion im Kreistag bleibt die LINKE bei ihrer strikten und einhelligen Ablehnung des so genannten Optionsmodells zur Betreuung der HARTZ-IV-Betroffenen. Wenn es noch einen letzten Zweifel an der sachlichen Begründung dieser Position gegeben haben sollte, dann hat diesen der jüngste Prüfbericht des Bundesrechnungshofes zerstreut. Dieser stellt dort nämlich drei gravierende Mängel der Option fest, die sich unser Landkreis, sollte sich der Kreistag am 08.12.2010 aus politischen Gründen mit Zwei-Drittel-Mehrheit für die Option entscheiden, ebenfalls einhandeln wird:
Manchmal ist ein Blick über den Tellerrand ganz nützlich. So zeichnet sich in München nach äußerst kontroverser Diskussion in den Fachausschüssen ein spektakulärer Schulterschluss zwischen OB Christian Uhde (SPD), der SPD und der Linkspartei ab, um die Optionslösung gegen den Willen von CSU, FDP, Grüne, ÖDP und Bayernpartei zu verhindern. Kernpunkt der dortigen Diskussion ist die Frage, dass der Bund die Dauerarbeitslosigkeit auch weiterhin als seine politische Aufgabe begreifen müsse und es nicht mehr sein dürfe, dass er die schwierigen Fälle mit Vermittlungshandicaps auf die Kommunen abwälzen dürfe, so wie es noch vor HARTZ IV der Fall gewesen sei. In München würde die notwendige Hard- und Software für die Optionslösung laut OB Uhde übrigens 8,6 Mio. Euro kosten.
In Nordsachsen wird dieser Aufwand mit Sicherheit eine Million Euro übersteigen, wobei es völlig unerheblich ist, welchen Anteil daran der Bund übernimmt. In jedem Fall sind es versenkte Steuergelder.
Ich lade alle (Noch-)Optionsbefürworter ein, sich genauestens die Vorgänge in der bayerischen Landeshauptstadt anzuschauen. Von Bayern lernen heißt hier siegen lernen!
Dr. Michael Friedrich
Fraktionsvorsitzender