Landkreis (TZ/nw). In den vergangenen Wochen war häufig zu lesen, dass wichtige Maßnahmen in der Region mit Hilfe von ILE-Fördermitteln finanziert wurden. TZ sprach mit Josef Bühler vom Regionalmanagement Dübener Heide:
TZ: ILE steht für Integrierte Ländliche Entwicklung. Unter welchen Voraussetzungen kann man diese Zuschüsse erlangen?
J. Bühler: ILE-Förderung fließt in die Außensanierung von Betriebsgebäuden, in die Umnutzung von Scheunen und Wohngebäuden für gewerbliche Zwecke oder für den eigenen Wohnsitz, in die Modernisierung oder Schaffung von Vereinsräumen in Altgebäuden, aber auch in kommunale Projekte wie innerörtlichen Straßenbau, Dorfgemeinschaftshäuser oder Spielplätze. In den Ortslagen wird auch der Abriss von nicht mehr nutzbaren Gebäuden gefördert.
Was hat die EU-Initiative bislang für den Bereich der Dübener Heide gebracht?
Bis 31. Dezember 2010 sind gut sieben Millionen Euro in die Region geflossen, die Investitionen von 14,1 Millionen Euro ausgelöst haben. In diesem Jahr werden weitere 2,3 Millionen Euro vergeben. Damit konnten die Infrastruktur verbessert, jungen Paaren und Familien eine Ansiedlungs- und Starthilfe gegeben, vorhandene Betriebe durch Ausbau oder Modernisierung wettbewerbsfähiger gemacht und 116 Arbeitsplätze gesichert sowie 13 neue geschaffen werden. Außerdem engagieren sich über 150 Betriebe in den touristischen Unternehmensnetzen der Region wie: „Heidemagneten“, Feriencamps und Klassenfahrten, „Von Natur aus gesund“, „Bestes aus der Dübener Heide“ sowie „Erlebnis Wildtier“, mit dem Ziel, neue Angebote zu schaffen und sich gemeinsam zu vermarkten.
Wie viele Anträge lagen für den Altkreis Torgau vor?
Das Gebiet, das wir abdecken, erstreckt sich ja im Wesentlichen auf das Territorium des Naturparkes Dübener Heide, zu dem im Raum Torgau beispielsweise die Gemeinden Mockrehna, Zinna, Dreiheide oder die Stadt Dommitzsch gehören. 2009 und 2010 wurden hier 39 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 4,3 Millionen Euro und einer Zuschusssumme von rund 2,4 Millionen Euro beantragt. 2011 sind es 34 Projekte mit einer Summe von rund 3,8 Millionen Euro und einem Zuschussvolumen von 2,2 Millionen Euro. Inwieweit in diesem Jahr alle Projekte gefördert werden können, ist noch offen, da die Mittel auf 2,3 Millionen Euro zunächst begrenzt sind. In der Vergangenheit wurden nur wenige Anträge vorwiegend aus formalen Gründen abgelehnt.
Können Sie konkret einige Beispiele im Raum Torgau nennen, die mit Hilfe von ILE-Zuschüssen möglich waren?
Es ist schwierig, aus der langen Liste etwas hervorzuheben – vielleicht die Kirchensanierungen in Schöna, Süptitz und Neiden oder die Errichtung der Straßenbeleuchtung in Falkenberg, Weidenhain und Süptitz. Maximal können jeweils 200 000 Euro bewilligt werden.
Wo liegen Schwerpunkte für die Zukunft?
Die jetzige Förderphase läuft bis 31. Dezember 2013. Wir werden weiterhin eine gute Balance halten zwischen der Förderung von Projekten, die Beschäftigung sichern oder schaffen, der Unterstützung junger Familien bei der Umnutzung von Altgebäuden sowie der Verbesserung der kommunalen Infrastruktur. Darüber hinaus sind übergreifende Projekte in der Vorbereitung, die sich mit einer verbesserten Vermarktung im Radtourismus, von regionalem Obst und Beeren sowie mit dem Thema Verbesserung der Bedingungen für Bienen und damit auch für Imker beschäftigen.