22. Juni 2011 Eileen Jack (Torgauer Zeitung)

Eine Botschaft, die gut klingt

Torgau (TZ). Von unverhofften Geldern für den Kulturraum Leipziger Raum und damit die beiden ihm zugehörigen Landkreise Nordsachsen und Leipzig war kürzlich die Rede. Auf den ersten Blick eine gute Botschaft. Doch bei genauerem Betrachten klingt sie besser als sie ist. „Fakt ist, dass unsere beantragten Mittel für das Museum erst um circa 47 000 Euro gekürzt wurden – der erste Antrag aus 2010 für dieses Jahr belief sich auf 127 000 Euro, der zweite Antrag auf 98 000 Euro und die vorläufige zugesagte Zuwendung im Januar lag bei 80 000 Euro, um jetzt wieder um die besagten 9000 Euro aufzustocken“, erklärte Osmar Brück, Beigeordneter der Stadt Torgau, auf konkrete Nachfrage der Torgauer Zeitung.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich der Konvent, das Spitzengremium der Institution, nach entsprechenden Mitteilungen der Staatsregierung darauf eingestellt, 360 000 Euro weniger zur Verfügung zu haben und entsprechende Kürzungen vorgenommen, um dies jetzt wieder zu ändern. „Dennoch, unser Anteil als Stadt hat sich in den letzten Jahren verdreifacht und es ist keine Besserung in Sicht“, erklärt Brück weiter. Zahlreiche Hilferufe vom Geschichtsverein erreichten die Verwaltung in der Vergangenheit, weil die Kosten für die Betreibung des Museums ständig steigen und alle bisherigen Mitfinanzierer (Arbeitsverwaltung, Kulturraum, Sponsoren) sich immer mehr zurückziehen.„Wohin das führt, darüber will ich heute lieber nicht bis zum Ende denken. Das bei dem ganzen Prozedere die Mitarbeiter des Museums und des Geschichtsvereins noch motiviert ihre Arbeit machen, ist schon bewundernswert“, meint der Beigeordnete. Gleichzeitig räumt er ein, dass es schwierig sei, eine langfristige Strategie zu entwickeln, weil jedes Jahr die Hiobsbotschaften die aktuellen Pläne durchkreuzen. So kann die Stadt auch für die kommenden Jahre nur auf das Wohlwollen des Konvents und möglichst hohe Zuwendungen des Freistaates für den Kulturraum hoffen.