Eilenburg (TZ/ej). Es herrscht Einigkeit im Landkreis Nordsachsen über die Notwendigkeit einer vierspurigen B 87n. Doch nicht nur darüber. Auch in Sachen Trassenführung sitzen endlich alle in einem Boot, inklusive der Stadt Leipzig. Die Nordvariante weitab vom Naturschutzgebiet Parthenau (Südvariante – bisher von Leipzig favorisiert) – soll es sein. Das verdeutlichten Landrat Michael Czupalla und Torgaus Oberbürgermeisterin Andrea Staude nach der gestrigen Sitzung des Arbeitskreises B 87n. An der nahmen neben zahlreichen nordsächsischen Bürgermeistern auch Vertreter der Landesdirektion, des Autobahnamtes, des Regionalen Planungsverbandes und des Landkreises Elbe-Elster teil. Im Anschluss offerierten Michael Czupalla, Andrea Staude und Professor Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband Westsachsen die Ergebnisse des Vormittages auf einer Pressekonferenz.
Sie stellten noch einmal klar, dass es keine neuen Planungen zur B 87n geben darf. Denn die würden das ganze Projekt um weitere Jahre in die Ferne schieben. Genau dies befürchten Czupalla und Staude, wenn sie sich auf die vom Bundesverkehrsministerium vorgeschlagene dreispurige Variante einließen. „Dann würde die ganze Planerei von vorn beginnen“, gab der Landrat zu verstehen. Auch deshalb bestehen nicht nur die beiden Kommunalpolitiker auf die Variante, die in der Teilfortschreibung des Regionalplanes Westsachsen dargestellt wird: vierspurig und in der Nordvariante. Dieser Fortschreibung hatte die Verbandsversammlung, inklusive des Vertreters der Stadt Leipzig, bereits am 8. April (TZ berichtete) zugestimmt. Offensichtlich ist es Landrat Michael Czupalla in einem persönlichen Gespräch mit Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung gelungen, dessen Bedenken gegenüber der Nordvariante zu zerstreuen. „Er befürchtete, dass der Verkehrsstrom in die Stadt hinein über diese Variante zu hoch werden würde“, erklärte Czupalla gestern. „Aber uns geht es doch vielmehr darum, dass wir das Autobahnnetz ordentlich anbinden. Wir wollen doch nicht alle nach Leipzig“, meinte Torgaus Oberbürgermeisterin Andrea Staude dazu.
Nun gilt es für alle Beteiligten, sich bestmöglich auf den Termin mit Baudirektor Klaus Paas, Referatsleiter im Bundesverkehrsministerium, vorzubereiten. Der steht bekanntlich am 20. Juni im Kalender. Bis dahin allerdings müssen noch einige Unklarheiten ausgeräumt, einige Probleme beseitigt werden. Die Mitglieder des Arbeitskreises einigten sich deshalb gestern auf einen entsprechenden Arbeitskatalog. Professor Berkner vom Planungsverband ließ sich sogar zu einer Prognose für den möglichen Baubeginn der B 87n hinreißen: „Sollte es während der Planungen tatsächlich keine Einwände mehr geben, könnte es in fünf Jahren losgehen.“ Gleichzeitig stellten er und Andrea Staude in Aussicht, dass der Auftakt aller Voraussicht nach mit der Ortsumgehung Torgau gemacht würde, da es sich bei dieser um den aufwendigsten Bauabschnitt handele.