4. Juni 2011 Lisa Garn (Oschatzer Allgemeine Zeitung)

"Ergebnisse werden zunichte gemacht"

Weniger Ein-Euro-Jobber: Sorge um Parkprojekt in Großböhla und um Wirkung des Schlosses in Dahlen


Region. Die Kürzungen im Bereich der Ein-Euro-Jobs bereiten Vereinen große Sorgen. So wird in Großböhla befürchtet, dass das Parkprojekt vor dem Aus steht. In Dahlen sorgt man sich um die Außenwirkung des Schlosses. Beim Versuch die Einschnitte abzufedern stoßen sie an ihre Grenzen.
"Man sieht dem Park schon jetzt an, dass uns die Leute fehlen", sagt Peter Wolff, Vorsitzender des Heimatvereins Böhla - Dorf der Teiche. "Die Natur holt sich die Flächen zurück. Meine größte Angst ist, dass der Japanische Knöterich wieder alles überwuchert. Dann sieht es hier so aus wie damals, bevor wir unsere Arbeit begonnen haben." Falls künftig keine Ein-Euro-Jobber (offiziell auch Arbeitsgelegenheiten genannt) bewilligt werden, stehe das Umgestaltungsprojekt im Park vor dem Aus. "In zwei bis drei Jahren hätte sich die Pflanze wieder komplett ausgebreitet."
Hintergrund ist, dass der neueste "Katalog förderfähiger Maßnahmefelder" auf dem zweiten Arbeitsmarkt, der auf Bundesebene verabschiedet wurde, im Vergleich zur Vorgängerliste deutlich gekürzt wurde (wir berichteten). Insgesamt fließen weniger Mittel vom Bund für Eingliederungsmaßnahmen. Stark ausgedünnt wurde insbesondere im grünen und im sozialen Sektor.
Der Böhlaer Verein begann 2004 mit der Umgestaltung des Parks. Die Anlage war Teil des Projekts "Sächsische Parkträume" begleitend zur Landesgartenschau 2006 in Oschatz, wurde gepflegt und mit neuen Pflanzungen ergänzt. Im Durchschnitt zehn bis zwölf Ein-Euro-Jobber waren in der Vergangenheit über den Jobcenter-Vorgänger Arge als geförderte Maßnahmen im Park eingesetzt. Sie hielten Flächen frei, bekämpften den Knöterich und auch das Grabensystem wurden zu neuem Leben erweckt. "Wir sind auf das Jobcenter angewiesen und haben uns über die Unterstützung immer sehr gefreut. Wir geben der Behörde auch nicht die Schuld. Es ist nur wirklich traurig: Wir haben riesige Ergebnisse erzielt und die werden jetzt zunichte gemacht." Auch die Kommune könne nicht einspringen. "Vielleicht sind kleinere Arbeiten möglich, aber nicht in diesem Umfang. Das können Kommunen nicht zahlen." Der Verein allein könne die Parkpflege ebenso nicht stemmen. "Wir haben zwar zusätzliche Arbeitseinsätze geplant, aber die Mitglieder organisieren auch 25 bis 28 Veranstaltungen in diesem Jahr. Mehr geht einfach nicht, sonst geht die Motivation verloren."
In Dahlen sorgt sich Karl Berger um die Außenwirkung des Schlosses. Der Vorsitzende des Schloss- und Parkvereins hofft für dieses Jahr noch auf eine Bewilligung, bis jetzt habe er allerdings noch nichts gehört. "Die Kürzungen sind harte Einschnitte in der Vereinsarbeit, das hat auch Konsequenzen für die Regionen." Über das Jahr verteilt waren für den Dahlener Verein in der Vergangenheit zwei bis drei Ein-Euro-Jobber eingesetzt. "Das Gesamtbild des Schlosses leidet, wenn nicht ständig jemand hier ist. Es fällt laufend etwas an: Innen bröckelt beispielsweise der Putz, der Außenbereich muss gepflegt werden. Aber als Verein können wir es uns nicht leisten, jemanden einzustellen." Das Schloss sei sehr gut besucht. "Wir haben jetzt schon 400 Anmeldungen von Kinder- und Jugendgruppen, die durch die Anlage geführt werden wollen."