1. Dezember 2010 Frank Hörügel (Oschatzer Allgemeine Zeitung)

Erstmals seit Februar mehr Arbeitslose

Erwerbslosenquote so niedrig wie Anfang der 90er Jahre

Oschatz. Der Wintereinbruch hinterlässt auf dem Arbeitsmarkt seine Spuren. Erstmals seit Februar kletterten im November die Erwerbslosenzahlen. Allerdings nur leicht, wie gestern zur monatlichen Bilanzpressekonferenz die Leiterin der Oschatzer Arbeitsagentur Marlies Hoffmann-Ulrich betonte. In der Region Torgau-Oschatz stieg die Erwerbslosenquote auf 11,3 Prozent (Ende Oktober: 11,0 Prozent).
Hoffmann-Ulrich machte gleichzeitig deutlich, dass sich damit die Erwerbslosenzahl im November auf dem niedrigsten Stand seit Anfang der 90er Jahre befinde. Und die Anzeichen würden dafür sprechen, dass das so bleibt. Im November habe es ein deutliches Plus an offenen Stellen im Vergleich zu den beiden Vorjahren gegeben. Und trotz des Wintereinbruchs habe es im Baubereich noch keine gravierenden Entlassungen gegeben. "Zurzeit wird jeder Arbeitnehmer, der zu gebrauchen ist, in Arbeit gehalten", hat die Agenturchefin festgestellt. In der Region Torgau-Oschatz waren Ende November 1251 Frauen und Männer in sogenannten Ein-Euro-Jobs beschäftigt. "Dieses Niveau wird im nächsten Jahr nicht zu halten sein", sagte Hoffmann-Ulrich auf OAZ-Anfrage. Der Haushalt des Bundesarbeitsministeriums werde 2011 um mehrere Milliarden Euro gekürzt. Die Oschatzer Agenturchefin rechnet deshalb damit, dass im nächsten Jahr rund 30 Prozent weniger Geld für sogenannte Eingliederungshilfen wie Ein-Euro-Jobs zur Verfügung stehen werde. Damit werde auch auf die Kritik reagiert, dass sich an Ein-Euro-Jobs in den meisten Fällen keine Weiterbeschäftigung anschließe.
Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre ist in den Wintermonaten mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk Oschatz zu rechnen. Ab März kann dann wieder mit sinkenden Arbeitslosenzahlen gerechnet werden. Frank Hörügel