Belgern/Nordsachsen (TZ). Die Berufsinformationstage (BIT) der Region Torgau finden künftig unter Regie des Landratsamtes Nordsachsen statt. Die bisherige Schirmherrin, Torgaus Oberbürgermeisterin Andrea Staude, übergab die Verantwortung gestern in Belgern offiziell an das Regionale Übergangsmanagement (RÜM) des Landkreises. Jedes Jahr im März öffnen Unternehmen der Region im Rahmen der BIT ihre Türen für Schüler aus Mockrehna, Torgau und Beilrode, um so frühzeitig den künftigen Fachkräftenachwuchs für sich zu interessieren.
Am Ablauf werde sich zunächst kaum etwas ändern, erklärte RÜM-Mitarbeiterin Stefanie Kahle gestern. Zwar sei geplant, künftig die Kooperation mit der Agentur für Arbeit zu forcieren, der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft-Torgau unter Vorsitz der stellvertretenden BSZ-Leiterin Sylvia Brandt beteilige sich jedoch weiterhin intensiv an der Organisation. Auch die Stadt Torgau bleibt im Arbeitskreis aktiv. „Mit dem Wechsel in die Verantwortung des Landkreises schaffen wir für die BIT eine neue Qualität“, erläutert Sabine Chowanitz, die das Projekt bislang in der Stadtverwaltung betreute. Gemeint sei das kreisweite Netzwerk, mit dem im Regionalen Übergangsmanagement gearbeitet werde. „Es öffnen sich neue Türen“, so Chowanitz.
Auch Betriebe und Institutionen außerhalb des Torgauer Raumes kämen nunmehr für eine Teilnahme im BIT in Betracht. Überdies werden im RÜM bereits diverse Projekte miteinander verknüpft, die junge Menschen und verschiedene Berufsbilder zusammenbringen. Unter anderem gibt es seit 1. März ein Online-Angebot, das über Grüne Berufe informiert. Die haben es, obwohl Land-, Forst- und Fischwirtschaft in der Region wichtige Arbeitgeber sind, schwer, als attraktive Berufe wahrgenommen zu werden. Vorerst bis 2013 liegt die Verantwortung für die BIT nun beim RÜM. Bis in dieses Jahr läuft die Förderung über das Programm „Perspektive Berufsabschluss“. Gestartet waren die BIT vor vier Jahren als städtisches Projekt „Offene Unternehmen“ mit dem Ziel, regionale Fachkräftesicherung zu betreiben. Innerhalb der vier Jahre wuchs die Aktion beständig, nicht zuletzt, weil sich neben den ursprünglich teilnehmenden Torgauer Schulen auch die Einrichtungen aus Beilrode und Mockrehna einreihten. Im kommenden Jahr ist erstmals auch das Förderschulzentrum mit Schülern vertreten.
„Wir wollen einfach das gesamte Potenzial der Region erfassen“, sagte Sabine Chowanitz. Allerdings entsende die Förderschule keine ganzen Klassen, sondern nur ausgewählte Schülerinnen und Schüler. Dass die Unternehmen auf Angebote wie die BIT angewiesen sind, habe die Exkursion gezeigt, die der gestrigen „Staffelstabübergabe“ vorausging, berichtete Sylvia Brandt. Die Sorge, künftig keinen qualifizierten Nachwuchs zu haben, sei sehr ausgeprägt. Der Arbeitskreis hatte die Unternehmen Villeroy & Boch in Torgau, sowie Interpane in Liebersee und die Belgeraner Firmen Färber und Harsch besucht.