29. Juli 2011 Nico Fliegner (Leipziger Volkszeitung)

"Faustlos" an Bad Dübens Schulen und Kindergärten

Bildungscampus: 48 000 Euro Fördermittel für Projekte

Bad Düben. Die Initiative "Bildungscampus Bad Düben" hat unter Federführung der Stadt Fördermittel in Höhe von 48 200 Euro vom Freistaat Sachsen bewilligt bekommen. Das Geld müsse noch dieses Jahr abgerechnet werden, teilte die Initiative mit. Aufgrund der zahlreich vorliegenden Ideen dürfte dies auch kein Problem sein, im Gegenteil, wie Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) gegenüber der Kreiszeitung sagte. "Die Projekte der einzelnen Arbeitsgruppen sind überzeichnet. Wir müssen Abstriche machen."
Da es sich um finanzielle Zuschüsse aus dem Förderprogramm Demografie handelt, müssen die Projekte auch inhaltlich darauf ausgerichtet sein. Der Freistaat Sachsen unterstützt Aktivitäten auf dem Land, die sich mit der Gestaltung des demografischen Wandels auseinandersetzen. Mit der Förderrichtlinie Demografie ist Sachsen das erste Bundesland, das mit einem eigenen Landesprogramm Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels wie Bevölkerungsrückgang und die Veralterung der Gesellschaft finanziell unterstützt.
Auf ein Vorhaben haben sich die Mitstreiter des "Bildungscampus" bereits einigen können. An Schulen und Kindergärten in der Stadt soll es künftig das Gewaltpräventionsprogramm "Faustlos" geben. Es gehört bereits in über 10 000 deutschsprachigen Institutionen zum Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Die Evangelische Grundschule in Bad Düben konnte damit bereits Erfahrungen sammeln. Schulleiterin Cordula Nowak will jetzt mit Sylvia Krause, Leiterin der Heidegrundschule, einen konkreten Projekt-, Zeit- und Kostenplan erstellen. Mit Kosten in Höhe von etwa 7000 Euro werde gerechnet. Auch die Arbeiterwohlfahrt Nordsachsen, die zwei Kindertagesstätten in Bad Düben betreibt, hat bereits Interesse angemeldet.
Das Programm "Fautslos" wurde erstmals in den 1990er-Jahren an Göttinger Grundschulen und Kindergärten eingesetzt. Es beschäftigt sich unter anderem damit, wie Kinder besser mit Ärger und Wut umgehen können. Dabei steht es für mehr als Gewaltprävention. Allgemeine soziale Verhaltensfertigkeiten sollen gelernt und geübt werden. Bürgermeisterin Münster bedauerte jedoch, dass die Mittelschule nicht auf das Projekt zurückgreifen will. Die Stadt hält es für sinnvoll und zeigte sich erfreut, dass allgemein großes Interesse in den Bad Dübener Bildungseinrichtungen daran besteht. Wie das Projekt umgesetzt wird, soll bereits im September in groben Zügen feststehen.