Doberschütz. Im Laufe des kommenden Jahres können Bürger und Gewerbetreibende der Gemeinde Doberschütz voraussichtlich aufs schnelle Internet setzen. In der jüngsten Ratssitzung sind im Rahmen eines Endreports zur Breitbandversorgung im Verbund der elf Ortsteile eine Bedarfs- und Verfügbarkeitsanalyse sowie potenzielle Firmen, die den Auftrag umsetzen könnten, vorgestellt worden.
Ein Votum für ein bestimmtes Unternehmen gab es im Rat noch nicht. Favorisiert wurde ein Kabelanbieter, weil Richtfunk über DSL mittlerweile in den Dörfern vorhanden sei, hieß es in der Diskussion. Bei Schnee und Regen habe das aber auch Nachteile für den Empfang. Bürgermeister Roland Märtz (CDU) rechnet am Jahresanfang mit dem Beschluss für eine europaweite Ausschreibung. "Dann werden wir sehen, wer als bester Bieter infrage kommt", sagte er auf Nachfrage der Kreiszeitung. Aus Sicht des Gemeindeoberhauptes habe die Telekom gute Chancen, den Zuschlag für Doberschütz zu erhalten, weil diese bereits Investitionsbereitschaft signalisierte, aber zunächst zurückhaltend war, weil auch andere Betreiber vom neuen Netz profitieren und ihre Leistungen anbieten können. Für die Telekom, so Märtz, spreche außerdem, dass sie in Doberschütz den Verstärker eh errichten muss. Mit Battaune und Wöllnau sei das Netz dann fit. Sprotta und Mörtitz zum Teil seien bereits ausgestattet. Die anderen Ortsteile müssten nach Bedarf ausgeschrieben werden. Märtz: "Da müssten wir nochmal nachhaken. Aber in den Orten, die sich an der Breitbandstudie beteiligt haben, wird der Gemeinderat mit den zehn Prozent Eigenanteil, den die Gemeinde bringen muss, Schritt für Schritt den Weg ebnen." Wenn die anderen Orte, die sich noch zurückhielten wie Bunitz, Rote Jahne und Winkelmühle, Interesse signalisierten, würden auch dort Möglichkeiten gefunden. Das sei aber noch Zukunftsmusik. 18 Prozent der Einwohner und14 Prozent der Gewerbetreibenden hatten auf die Bedarfsanalyse reagiert. Knapp 300 Bürger signalisierten einen Wechsel, wenn ein anderer Anbieter bessere Konditionen offeriert. "Wir sind optimistisch, dass wir mit einem entsprechenden Anbieter Ende nächsten Jahres drei Megabit im Down- und Upload minimum bekommen, was für einen durchschnittlichen Privathaushalt zunächst ausreichend für einen Vertrag ist", so Märtz.