24. November 2011 Nico Wendt (Torgauer Zeitung)

Finale Hürde genommen

Trossin/Dommitzsch (TZ). Die untere Wasserbehörde beim Landratsamt Nordsachsen hat mitgeteilt, dass das Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) für Trossin unbeanstandet bleibt. Damit ist die wichtigste Hürde für die Umsetzung des Projektes genommen. Wie berichtet soll das Abwasser der Ortsteile Trossin, Dahlenberg, Falkenberg und Roitzsch künftig nach Dommitzsch ins Klärwerk übergeleitet werden. Die zentrale Variante – im Juli vom Trossiner Gemeinderat mit knapper Mehrheit beschlossen – ist Hauptbestandteil des aktuellen Konzeptes.

„Unsere Vorbereitungen liefen in den vergangenen Wochen schon auf Hochtouren. Aber es hing eben noch alles von der Stellungnahme der Behörde ab“, zeigte sich Frank Geithner, Geschäftsführer des AZV „Sachsen-Nord“, gestern erfreut. Vorsichtig sprach er von einem Fortschritt. Fakt ist, dass man den derzeitigen Stand in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren bei der bislang geplanten dezentralen Variante nie erreichen konnte, um tatsächlich an die Umsetzung zu gehen. Das soll jetzt mit dem neuen Konzept rasch passieren. „Wir starten nun umgehend in die konkrete Planung, bereiten die Genehmigungsverfahren vor, die beispielsweise für die Erweiterung des Dommitzscher Klärwerkes, für die Errichtung von Pumpstationen in den Ortsteilen und zum Bau der Druckleitung notwendig sind“, erklärte Frank Geithner. Der Ingenieurvertrag soll so bald wie möglich abgeschlossen werden. Mit den Bauarbeiten sei dann nach Einschätzung des Geschäftsführers im nächsten Jahr zu rechnen. Bis dahin laufe die Planungsphase.

Im Winter mit den Arbeiten zu beginnen, mache ohnehin keinen Sinn. „Wir haben Sanierungsauflagen für Dahlenberg und Falkenberg, die auf den 31. Dezember 2012 befristet sind. Diesen Termin wollen wir schaffen“, so Geithner. Das bedeutet, dass es in den kommenden Monaten unbedingt an die Errichtung der Druckleitung von Dommitzsch nach Trossin beziehungsweise in die anderen Ortsteile gehen muss. Die Entfernungen betragen von Trossin bis in die Gänsebrunnenstadt rund 3,6 Kilometer, von Trossin bis Dahlenberg 3,1 Kilometer, von Trossin bis Falkenberg rund 4,4 Kilometer und von Trossin bis Roitzsch etwa 2,2 Kilometer. In den Dörfern selbst wolle man versuchen, die alten Ortsnetze günstig zu sanieren, durch moderne Verlegeverfahren zu erneuern oder im unbefestigten Randbereich neu zu errichten. Die Gesamtkosten könnten sich auf rund vier bis fünf Millionen Euro belaufen. Die Förderung beträgt nach jetzigem Stand 30 Prozent. Für die bereits vom Landratsamt angewiesenen Kleinkläranlagen in Dahlenberg gilt Bestandsschutz.